Israelische Truppen töteten am Dienstag (14.07.2026) im Süden des Gazastreifens zwei Palästinenser, darunter einen 9-jährigen Jungen, durch Schüsse aus einem Panzer und durch den Angriff einer Drohne, wie Gesundheits- und lokale Quellen berichteten.
Der Junge starb an einem Schuss in die Brust, der während eines militärischen Vorstoßes mit schwerem Baumaschinengepäck in Richtung der sogenannten gelben Linie in Rafah, dem südlichsten Zipfel des Gazastreifens, von einem Panzer abgefeuert wurde; ab dieser Linie ist die israelische Armee stationiert.
Das Nasser-Krankenhaus bestätigte gegenüber EFE den Tod des Jungen im Küstengebiet von Al Mawasi nahe der gelben Linie, wo sich Vertriebene in Zelten versammelt haben.
Laut Zeugen, die von EFE befragt wurden, ereignete sich der tödliche Schusswechsel zeitgleich mit einem militärischen Vorstoß von mindestens zwei Panzern, zwei Baggern und drei Baggerladern.
Begleitend zu diesem Vorstoß gaben die Truppen sporadische Schüsse aus dem von Israel kontrollierten Gebiet auf die Lager der Vertriebenen aus dem Gazastreifen auf der anderen Seite der gelben Linie im palästinensischen Gebiet ab. Der Junge starb infolge dieser Schüsse, die laut Zeugenaussagen regelmäßig wiederholt werden, um die von Israel auf seiner Seite der gelben Linie durchgeführten Arbeiten zu schützen, und die eine zunehmende Gefahr für die Flüchtlinge darstellen.
Auf Anfrage von EFE gab die Armee bislang weder ihre Version zum Tod des Jungen noch zu den dort durchgeführten Arbeiten bekannt.
Bei einem weiteren Drohnenangriff, der ebenfalls im Süden des Gazastreifens in der Gegend von Khan Yunis (direkt nördlich von Rafah) verzeichnet wurde, kam ein 36-jähriger Mann ums Leben und drei weitere Personen wurden verletzt, darunter ein Kind und eine Frau, wie das Nasser-Krankenhaus mitteilte. Seit Beginn der Offensive im Oktober 2023 sind in Gaza nach Angaben des Büros der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) rund 21.300 Kinder durch israelische Angriffe ums Leben gekommen.
Israel führt weiterhin täglich Angriffe im Gazastreifen durch, trotz des seit neun Monaten geltenden Waffenstillstands, und tötet dabei durchschnittlich vier Menschen pro Tag, wie aus der vom Gesundheitsministerium des Gazastreifens veröffentlichten Zählung der Todesopfer durch israelisches Feuer hervorgeht. Seinem jüngsten Bericht zufolge hat Israel seit Beginn des Waffenstillstands am 10. Oktober 1.108 Menschen in Gaza getötet und seit Beginn seiner Offensive vor fast drei Jahren insgesamt 73.231 Menschen.
Quelle: Agenturen



