Klimawandel und Küstenbedrohung auf Mallorca

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Die Balearen, ein beliebter Inselarchipel im Mittelmeer, stehen vor einer ernsten Herausforderung durch den Klimawandel. Wissenschaftliche Prognosen warnen davor, dass der Meeresspiegel bis zum Ende dieses Jahrhunderts um etwa 55,2 bis 76,5 Zentimeter ansteigen könnte. Diese Veränderung könnte mehr als 40 Wohngebiete auf den Inseln bedrohen und zu einem drastischen Rückgang der Strände sowie zur Überflutung wichtiger Infrastrukturen führen.

Besonders alarmierend ist die Situation in der Bucht von Cala Millor auf Mallorca, die als der „kritischste Punkt des Archipels“ gilt. Dort droht ein Verlust von bis zu 57 % der Strände insgesamt und sogar 95 % in Sa Punta de n’Amer. Die steigenden Grundwasserspiegel zwingen Hotels bereits dazu, Wasser abzupumpen, um Überschwemmungen in ihren Kellern zu verhindern. Auch zahlreiche andere Siedlungen auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera sind massiv gefährdet.

Greenpeace kritisiert neben dem Meeresspiegelanstieg auch die zunehmende Bebauung und kommerzielle Nutzung der Küsten. Neue Gesetze verlängern Hafenrechte und lockern Bauvorschriften, was die natürlichen Küstenschutzfunktionen weiter schwächt. Der Schutz des Küstengesetzes wird infrage gestellt, obwohl der Klimanotstand längst Realität ist und drastische Folgen mit sich bringt.

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Positiv hervorzuheben ist das Projekt in Cala Millor, das die Strandpromenade zurückzieht, um das schützende Seegras wiederherzustellen. Auch auf Formentera laufen Initiativen, die ökologische Belastung durch Tourismus zu reduzieren und empfindliche Dünen zu schützen.

Greenpeace mahnt eindringlich, dass ohne naturnahe Lösungen und den Rückbau gefährdeter Gebäude die Küsten und ihre Artenvielfalt den Klimawandel nicht überstehen werden. Die Organisation fordert eine wissenschaftlich fundierte und gesellschaftlich abgestimmte Küstengestaltung, die kurzfristige politische Interessen hinter sich lässt. Denn letztlich ist das Festhalten an gefährdeten Küsten kein Schutz für die Wirtschaft, sondern eine Einladung zum vorhersehbaren Untergang.

Quelle: Agenturen