Lavendelanbau als Zukunftsmodell für das Bergland in Aragón

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In den spanischen Pyrenäen wird seit sechzig Jahren ein bemerkenswertes Projekt umgesetzt, das brachliegendes Land neu belebt: Das verlassene Bergland in Aragón wird mit Lavendelfeldern bepflanzt. Diese Initiative zielt darauf ab, die Entvölkerung und den Verfall ländlicher Gebiete zu stoppen, indem sie wirtschaftliche Anreize schafft und gleichzeitig ökologische Vorteile bietet.

Die Problematik der Abwanderung aus den Bergregionen Spaniens ist seit Jahrzehnten bekannt. Verlassene Flächen verwildern, was die Gefahr von Bodenerosion und Waldbränden erhöht. Das regionale Forschungszentrum für Landwirtschaft, CITA, hat deshalb im Rahmen des europäischen Projekts Pyrenees4Clima in Espierre eine Versuchsfläche auf 1.250 bis 1.600 Metern Höhe angelegt, die seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt wurde. Dort wird feiner Lavendel (lavanda fina) kultiviert, dessen ätherische Öle in Pharmazie und Parfümindustrie gefragt sind.

Lavendel eignet sich besonders für diese Höhenlage und den kargen Boden, die für viele andere Pflanzen ungünstig sind. Dennoch stellt der Anbau technische Herausforderungen dar, etwa steile Hänge und tief verwurzeltes Unkraut. Die Pflanzen sind zudem widerstandsfähig gegen Kälte und Trockenheit – Eigenschaften, die in Zeiten des Klimawandels und schrumpfender Gletscher in den Pyrenäen zunehmend wichtig werden.

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Das Projekt verfolgt nicht nur ökologische Ziele: Es soll Produkte mit hohem Marktwert schaffen, junge Menschen im ländlichen Raum halten und lokales Wissen über Pflanzen bewahren. Zudem fördern die Lavendelfelder Bestäuber wie Bienen und unterstützen so die Biodiversität. Unterstützt wird das Projekt mit Mitteln des europäischen LIFE-Programms, das Umwelt- und Klimaschutz fördert.

Die Rentabilität ist jedoch herausfordernd, da der europäische Markt bereits von etablierten Anbaugebieten dominiert wird. Ohne besondere Zertifikate oder Bio-Siegel ist der Wettbewerb schwierig. Dennoch bietet die Kombination aus Forschung, lokaler Wirtschaft und nachhaltiger Landwirtschaft eine vielversprechende Perspektive, die das verlassene Bergland in Aragón wieder lebendig machen kann.

Quelle: Agenturen