Zwei Familien. Ein Ferienhaus. Ein Sommer, der tödlich endet. Das Thriller-Highlight des Jahres. Psychologisch abgründig, atmosphärisch düster, brillant konstruiert. Ein packendes Leseerlebnis mit enormer Wucht.
Es sollte der perfekte Urlaub werden, ein echter Familientrip, wie früher: Henrike, Hans, Onkel Freddy und die Zwillinge. Eine Woche ausspannen, die letzten Sommertage genießen. Vielleicht die Chance auf einen Neubeginn, weit weg vom Alltag – in der beeindruckenden Finca mit Blick über die Bucht.
Doch als sie ankommen, sind sie nicht allein: Es gab eine Doppelbuchung, noch eine weitere Familie ist angereist. Auch sie haben eine Woche Urlaub vor sich. Und weil die ganze Insel voll ist, ziehen beide Familien ins Ferienhaus ein. Die Stimmung ist gut, niemand möchte die Urlaubslaune verderben. Platz ist ja genug da.
Ganz leise bröckelt die schöne Fassade. Das Haus ist in die Jahre gekommen, der Pool längst trockengelaufen. Irgendwie scheint eine Bedrohung in der Luft zu liegen. Und ein Gewitter braut sich zusammen. Dann finden die Familien in der Finca eine Leiche. Es ist einer von ihnen.
Während draußen der Sturm wütet, bricht sich drinnen die Wahrheit Bahn. Keiner von ihnen ist zufällig hier. Jemand wollte, dass sie an genau diesem Ort zusammenkommen. Und nicht alle sind sich so fremd, wie sie vorgeben …
Glauser-Preisträger Till Raether brilliert im psychologischen Thriller.
Till Raether, geboren 1969 in Koblenz, arbeitet als freier Autor in Hamburg, u.a. für das SZ-Magazin. Er wuchs in Berlin auf, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München, studierte Amerikanistik und Geschichte in Berlin und New Orleans und war stellvertretender Chefredakteur von Brigitte. Sein Sachbuch Bin ich schon depressiv, oder ist das noch das Leben? stand 2021 wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Sein Kriminalroman Sturmkehre, Band 7 seiner Danowski-Reihe, wurde 2025 mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet, bereits mit Treibland und Unter Wasser war er nominiert. Meeresdunkel ist sein erster Thriller. Till Raether ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Lesermeinung
Raethers Roman entfaltet sich als eine zunächst idyllische Familiengeschichte, die jedoch rasch dunkle Wolken aufziehen lässt. Henrike, Hans, Onkel Freddy und die Zwillinge finden sich auf einer abgelegenen Finca am Meer wieder, doch die vermeintliche Ruhe wird durch eine Doppelbuchung jäh gestört. Gezwungen, ihr Urlaubsdomizil mit einer anderen Familie zu teilen, spitzt sich die Lage zu, da die Insel in der Hochsaison keine Ausweichmöglichkeiten bietet.
Während man sich notgedrungen arrangiert, liegt eine spürbare Spannung in der Luft. Kleine Unstimmigkeiten wachsen zu größeren Konflikten heran, und verborgene Familiengeheimnisse drohen ans Licht zu kommen. Parallel dazu verschlechtert sich das Wetter, was die beklemmende Atmosphäre zusätzlich verstärkt.
Auf knapp 200 Seiten baut Raether eine subtile Spannung auf, die den Leser ahnen lässt, dass ein einschneidendes Ereignis bevorsteht. Schließlich entlädt sich die Situation in einem heftigen Gewittersturm, der einen stundenlangen Stromausfall verursacht. Inmitten dieses Chaos wird im Haus eine Leiche entdeckt, was die Geschichte in ein packendes Familiendrama mit Thriller-Elementen verwandelt.
Raether beweist sein Können in der Beschreibung beider Genres, wobei die Auflösung des Falls jedoch etwas lang geraten und komplex ist. Die Fülle an Details hätte möglicherweise Stoff für weitere Romane geboten.





