Mehr als 850.000 Patienten auf der OP-Warteliste

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Das spanische öffentliche Gesundheitssystem (SNS) steht unter erheblichem Druck, da die Zahl der Patienten, die auf eine Operation warten, einen Höchststand von 853.509 erreicht hat.

Aktuelle Zahlen des Gesundheitsministeriums deuten auf die größte Krise im spanischen Gesundheitswesen seit Beginn der Demokratie hin, was zu wachsender Besorgnis über die Zukunft der öffentlichen Gesundheitsversorgung führt.

Die durchschnittliche Wartezeit für eine Operation beträgt derzeit 121 Tage, was eine Verschlechterung gegenüber den 118 Tagen bei der letzten Umfrage darstellt. Besorgniserregend ist, dass mehr als 20 % der Wartenden – jeder fünfte Spanier – bereits mehr als sechs Monate warten muss.

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Experten bezeichnen diese langen Wartezeiten als unhaltbar für ein modernes europäisches Land. Die größten Engpässe gibt es in der Traumatologie (fast 210.000 Wartende), der Augenheilkunde und der Allgemeinchirurgie. Insbesondere Patienten, die auf Knie- oder Hüftprothesen warten, leiden unter chronischen Schmerzen und eingeschränkter Mobilität, was ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigt.

Trotz staatlicher Zusagen für zusätzliche Mittel nimmt der Druck auf die Operationssäle weiter zu. Auch der Zugang zu Fachärzten verschlechtert sich; eine Erstberatung dauert derzeit durchschnittlich 94 Tage. In Fachgebieten wie Neurologie oder Dermatologie kann diese Wartezeit in einigen Regionen mehr als vier Monate betragen. Dies löst einen gefährlichen Dominoeffekt aus: Verzögerte Beratungen führen zu späteren Diagnosen und Eingriffen, was zu einer unnötigen Verschlimmerung der Erkrankungen führt.

Regional gibt es große Unterschiede. Die Autonome Gemeinschaft Madrid schneidet mit einer durchschnittlichen Wartezeit von 50 Tagen am besten ab, weniger als die Hälfte des nationalen Durchschnitts. Auch Galicien und Kastilien-León schneiden gut ab. Andalusien und Extremadura hingegen haben mit deutlich längeren Wartelisten zu kämpfen, was die politische Debatte über die ungleiche Finanzierung des Gesundheitswesens zwischen den autonomen Gemeinschaften anheizt.

Die Krise ist auf eine Mischung aus den Nachwirkungen der Pandemie, strukturellem Personalmangel und einer alternden Bevölkerung zurückzuführen. Ohne grundlegende Reformen und strukturelle Investitionen in Personal und Infrastruktur werden die Wartelisten wahrscheinlich weiter wachsen. Die spanische Regierung steht vor der entscheidenden Aufgabe, das Vertrauen wiederherzustellen und den Zugang zur Gesundheitsversorgung für ihre Bürger zu gewährleisten.

Quelle: Agenturen