Der Verwaltungsrat des Meeres- und Landnationalparks des Cabrera-Archipels hat den Verordnungsentwurf für den neuen Leitplan für Nutzung und Bewirtschaftung (PRUG) vorgelegt, ein Dokument, das die umfassenden Schutzmaßnahmen für eine Meeresfläche von 510 Quadratkilometern festlegt.
Wie das Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Umwelt mitteilte, würde der Vorschlag dieses Gebiet zum „größten Schutzgebiet im gesamten Mittelmeer“ machen und eine Verdopplung der bestehenden Gebiete mit höchstem Schutzstatus in diesem Meeresbecken ermöglichen.
Das Dokument wurde am Montag (29.06.2026) während der ordentlichen Sitzung des Kuratoriums vorgestellt, die unter dem Vorsitz des Ministers Joan Simonet und unter Beteiligung der Generaldirektorin für Natur und Forstwirtschaft, Anna Torres, stattfand.
Der neue PRUG berücksichtigt die im Rahmen des öffentlichen Beteiligungsverfahrens eingereichten Beiträge und wird in den kommenden Jahren das maßgebliche Instrument für die Planung, den Naturschutz, die Nutzung und die Verwaltung des Nationalparks sein.
Der Vorschlag wurde von allen Mitgliedern des Kuratoriums unterstützt, darunter lokale Verwaltungen sowie wissenschaftliche und Naturschutzorganisationen, mit Ausnahme der Vertreter des Ministeriums für ökologischen Wandel und demografische Herausforderungen und des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung.
„Das Ministerium bedauert diese Haltung und hofft, dass dies die endgültige Verabschiedung des PRUG im Rat des Nationalparknetzes nicht behindern wird“, erklärte Simonet.
Der Minister vertrat die Ansicht, dass der neue Plan „ein klares Beispiel“ dafür sei, dass der rechtliche Rang eines Raumordnungsinstruments „nicht dessen Schutzniveau bestimmt“, und betonte zugleich, dass er den Schutz der natürlichen Werte des Parks erheblich verbessere.
Anna Torres erklärte ihrerseits, dass der neue PRUG „den Naturschutz stärkt“ des wichtigsten Meeresschutzgebiets der Balearen und dessen Bewirtschaftung an die 2019 beschlossene Erweiterung anpasst, als der Park die 90.800 Hektar überschritt, von denen etwa 99 % auf die Meeresumwelt entfallen.
Die wichtigste Neuerung des Dokuments ist die Schaffung eines umfangreichen Netzwerks von strengen Meeresschutzgebieten, in denen ausschließlich zuvor genehmigte Maßnahmen zur Bewirtschaftung, Erhaltung oder Forschung durchgeführt werden dürfen.
In diesen Gebieten sind Schifffahrt, Ankerlegen, Tauchen sowie jegliche Art der Nutzung natürlicher Ressourcen verboten. „Dies ist die bedeutendste Stärkung des Meeresschutzes seit der Ausweisung des Nationalparks“, betonte Torres.
Der Plan sieht zudem eine präzisere Zoneneinteilung des Meeresraums, spezifische Maßnahmen zum Schutz empfindlicher Meeresböden und Lebensräume, eine strengere Regulierung nautischer Aktivitäten, eine Verstärkung der Meeresüberwachung sowie Kriterien für ein adaptives Management vor, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Auswirkungen des Klimawandels basieren.
Nach Abschluss dieser Phase wird das Projekt seine Bearbeitung im Rat des Nationalparknetzes fortsetzen, bevor es dem Consell de Govern zur endgültigen Genehmigung vorgelegt wird.
Während der Sitzung legte die Direktorin des Nationalparks, Maria Valens, einen Bericht über den Stand der laufenden Projekte vor und wies darauf hin, dass die zunehmende Ankunft von Flüchtlingsbooten weiterhin eine der größten Herausforderungen für die Verwaltung des Schutzgebiets darstellt.
Zu den mit EU-Mitteln finanzierten Maßnahmen zählen insbesondere die Sanierung von Parkgebäuden, die Installation neuer Kläranlagen, um das Ziel der Null-Einleitung ins Meer zu erreichen, die Verbesserung der Regenwassersammlung sowie die Sanierung des Hafenkais, deren Fertigstellung für die kommenden Wochen vorgesehen ist.
Zudem wurden zwei neue Besucherwege angekündigt, die Inbetriebnahme des Observatorio de Cabrera, einer digitalen Plattform mit Umweltinformationen in Echtzeit, sowie die Bilanz des Projekts zur Säuberung des Meeresbodens, bei dem 5,25 Tonnen Abfall geborgen werden konnten, darunter ein Fischkutter, ein gesunkenes Boot und verschiedene Reste von Fanggeräten.
Zu den Herausforderungen für die kommenden Monate zählen die Wiedereröffnung der seit drei Jahren geschlossenen Schutzhütte auf Cabrera, die künftige Forschungsstation auf der Insel und die Renovierung des Besucherzentrums sowie die weitere Förderung von Maßnahmen zur Nachhaltigkeit und zum Naturschutz.
Quelle: Agenturen



