Ein eigenes Auto zu besitzen, gilt in Spanien zunehmend als Luxus, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung auf das Fahrzeug im Alltag nicht verzichten kann. Aktuell liegt der durchschnittliche Preis für einen Neuwagen bei etwa 45.000 Euro, was den Autokauf für viele Familien zu einer großen finanziellen Herausforderung macht.
Dies zeigt die jüngste europäische Barometer-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts OpinionWay im Auftrag der Auto-Plattform Clicars. Von über 7.000 befragten Autofahrern in sieben europäischen Ländern fällt Spanien besonders auf: 81 Prozent der Spanier sehen ein Auto als Luxus an, während gleichzeitig 80 Prozent angeben, ohne eigenes Fahrzeug kaum mobil zu sein. Dieser scheinbare Widerspruch spiegelt sich im Straßenbild wider: Auf dem Land sind es sogar 91 Prozent, die auf das Auto angewiesen sind, in den Städten 76 Prozent.
Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist der hohe Preis für Neuwagen. Für viele, die derzeit ältere Fahrzeuge fahren, ist ein Neukauf kaum erschwinglich. Das spiegelt sich darin wider, dass 32 Prozent der Autofahrer den Kauf eines Neuwagens aufschieben, während 36 Prozent notwendige Reparaturen hinauszögern, um Kosten zu sparen. Das Durchschnittsalter der spanischen Fahrzeugflotte liegt bei über 14 Jahren, ein Drittel der Autos ist sogar älter als zwanzig Jahre. Dies hat Folgen für Umweltfreundlichkeit und Zuverlässigkeit.
Interessanterweise zeigt sich bei der Kaufabsicht für Elektro- und Hybridfahrzeuge eine hohe Bereitschaft: 70 Prozent der Spanier würden beim nächsten Autokauf auf diese umweltfreundlichen Modelle setzen, sogar 82 Prozent in der Hauptstadt Madrid. Dennoch dominieren aktuell noch erschwingliche Gebrauchtwagen, die viele Familien als einzige Möglichkeit sehen, mobil zu bleiben.
Zusammenfassend ist der Autokauf in Spanien ein Balanceakt zwischen finanzieller Belastung und notwendiger Mobilität – ein Umstand, der die Mobilitätslandschaft des Landes nachhaltig prägt.
Quelle: Agenturen





