Laut spanischen Medienberichten steht ein niederländischer Geschäftsmann, der auf Mallorca lebt, im Zentrum des sich ausweitenden Plus-Ultra-Skandals. Spanische Anti-Korruptionsermittler haben ihn als Schlüsselfigur in einem internationalen Geldwäschering identifiziert, der Verbindungen nach Spanien, in die Schweiz und nach Venezuela hat.
Es handelt sich um Simón Leendert Verhoeven, geboren 1959 in den Niederlanden und seit Jahren ansässig im mallorquinischen Dorf Santa María del Camí. Ihm wird vorgeworfen, über drei Briefkastenfirmen Kredite an die Fluggesellschaft Plus Ultra vergeben zu haben.
Diese kleine spanische Fluglinie erhielt während der Pandemie 53 Millionen Euro an staatlicher Unterstützung von der spanischen Regierung, was bereits zuvor für Kritik gesorgt hatte, da das Unternehmen klein, defizitär und eng mit venezolanischen Geschäftsleuten verbunden war.
Die nun veröffentlichte Gerichtsakte rückt Verhoeven in den Fokus der Ermittlungen. Der ehemalige Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero ist ebenfalls in den Skandal verwickelt und wird der Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, des Machtmissbrauchs und der Urkundenfälschung beschuldigt. Die Staatsanwaltschaft für Korruptionsfälle (Fiscalía Anticorrupción) wirft Verhoeven vor, mindestens drei Briefkastenfirmen – Allpa Wira Trading UK, Wailea Invest LTD und Valerian Corporation – genutzt zu haben, um Plus Ultra Kredite zu gewähren.
Seine Rolle wird als die eines „geschäftsführenden Verwalters“ beschrieben, der eng in die tägliche Leitung der Briefkastenfirmen und der Schweizer Bankkonten eingebunden war. Verhoeven selbst gab gegenüber der Staatsanwaltschaft in Genf an, dass die gewährten Darlehen vollständig von Plus Ultra zurückgezahlt worden seien, ohne jedoch Details zu nennen. Gegen ihn wurde ein internationaler Haftbefehl erlassen, und er wird unter anderem der Unterschlagung, des Handels mit Einfluss, der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und der Geldwäsche beschuldigt.
Laut dem Untersuchungsrichter soll das Netzwerk „sehr große Geldsummen“ verwaltet haben, indem es Bargeld aus verschiedenen illegalen Quellen vermischte, an der Börse investierte und anschließend „gewaschen“ an Kunden zurückgab.
Verhoeven wird in diesem Zusammenhang gemeinsam mit dem Peruaner Luis Felipe Baca genannt. Rodolfo Reyes, der Großaktionär von Plus Ultra, soll einer der mutmaßlichen Kunden dieses Netzwerks sein.
Bei einer Hausdurchsuchung in Verhoevens Villa in Santa María del Camí wurden unter anderem zwei Goldbarren, eine Sammlung von Luxusuhren und auffälliger Schmuck, darunter eine goldene Halskette in Form eines Raubtiers, beschlagnahmt. Zudem wurde eine Rechnung über 43.560 Euro an Honoraren zugunsten von Kaimana Capital gefunden, einer Gesellschaft, die von dem Madrider Anwalt Miguel Palomero de Juan geleitet wird, der ebenfalls als Verdächtiger in dem Fall gilt.
Quelle: Agenturen





