“Nutri-Score” und “Eco-Score” in Spanien

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Der Nutri-Score ist ein farbcodiertes Kennzeichnungssystem, das die Ernährungsqualität von Lebensmitteln auf einen Blick sichtbar macht. In Spanien ist dieses Label freiwillig, gewinnt aber zunehmend an Bedeutung, da es den Konsumenten helfen soll, gesündere Entscheidungen zu treffen. Das System bewertet Produkte von einem grünen A (sehr gesund) bis zu einem orangefarbenen E (weniger gesund) und wird von der spanischen Lebensmittelbehörde AESAN überwacht.

Der Algorithmus hinter dem Nutri-Score berechnet Punkte basierend auf Nährwertangaben pro 100 Gramm oder Milliliter: Kalorien, Zucker, Salz und gesättigte Fette führen zu Minuspunkten, während Ballaststoffe, Proteine sowie Gemüse, Obst, Nüsse und Hülsenfrüchte Pluspunkte bringen. Wichtig ist, dass der Vergleich immer innerhalb derselben Produktkategorie erfolgt, etwa Joghurt mit Joghurt oder Frühstückscerealien mit Frühstückscerealien.

Seit 2024 gilt in Spanien ein überarbeiteter Algorithmus, und ab 2026 müssen Hersteller, die den Nutri-Score verwenden, diesem neuen Berechnungsverfahren folgen. Dies führt mitunter zu überraschenden Ergebnissen: So erhält natives Olivenöl extra, ein kultureller Schatz Spaniens, aktuell ein C, während Coca-Cola Zero ein B bekommt – ein scheinbarer Widerspruch, der durch die Kategorisierung erklärbar ist.

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Innerhalb der Fettgruppe ist Olivenöl das bestbewertete Produkt, und mit dem neuen Algorithmus verbessert sich seine Bewertung sogar auf ein hellgrünes B. Jamón Ibérico hingegen schneidet mit einem D schlechter ab, was auf den hohen Salz- und Fettgehalt zurückzuführen ist. Dies soll jedoch nicht zum Verzicht auffordern, sondern zu einem maßvollen Genuss anregen.

Obwohl der Nutri-Score in Spanien freiwillig ist, setzen bereits mehrere Supermarktketten und Hersteller auf diese Kennzeichnung, um Transparenz zu schaffen und Verbraucher zu unterstützen. Die Idee dahinter bleibt zentral: Mehr Bewusstsein für eine ausgewogene Ernährung zu schaffen und Hersteller zu motivieren, gesündere Rezepturen zu entwickeln. Gleichzeitig steht das Label in kulturell geprägten Ländern wie Spanien vor der Herausforderung, traditionelle Lebensmittel angemessen zu bewerten, ohne deren Bedeutung zu schmälern.

Ein weiterer Schritt in Richtung nachhaltiger Ernährung könnte der Eco-Score sein, ein Label zur Bewertung der Umweltauswirkungen von Lebensmitteln. In Spanien bleibt dieses jedoch vorerst freiwillig. Die Zukunft wird zeigen, wie sich Ernährungs- und Umweltbewusstsein in der Lebensmittelkennzeichnung weiterentwickeln und wie Verbraucher diese Informationen nutzen werden, um bewusster einzukaufen.

Quelle: Agenturen