Die Meerwassertemperatur an der Boje von Sa Dragonera erreichte am 5. August mit 33,02 °C einen neuen absoluten Rekord. Diese außergewöhnliche Messung wurde von Puertos del Estado bestätigt und von der staatlichen Wetterbehörde Aemet auf den Balearen veröffentlicht, was die außergewöhnliche Hitze im Mittelmeer eindrucksvoll unterstreicht.
Diese extreme Erwärmung ist kein singuläres Phänomen der Balearen, sondern findet sich auch in anderen Meeresregionen wieder: Das Kantabrische Meer verzeichnet Wassertemperaturen, die mehr als 3 °C über dem saisonalen Mittel liegen, während das westliche Mittelmeer sogar mehr als 4 °C über dem Durchschnitt liegt. Diese erhöhten Meerestemperaturen beeinflussen das regionale Klima erheblich, führen zu sehr warmen Nächten an der Küste und verstärken das Schwülegefühl durch hohe Luftfeuchtigkeit.
Der Juli 2026 war zudem der wärmste Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen auf den Balearen mit einer Durchschnittstemperatur von 28 °C, was eine Abweichung von 2,9 °C zum langjährigen Mittel darstellt. Alle Inseln meldeten extreme Hitzerekorde mit mehrfachen Rekorden für monatliche Durchschnittstemperaturen in zahlreichen Orten, darunter Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera.
Darüber hinaus registrierte die Aemet zwei Hitzewellen auf Mallorca und eine auf Ibiza, bei denen Temperaturen von über 40 °C gemessen wurden. Neben den tagsüber extrem hohen Temperaturen führten zahlreiche tropische und glühend heiße Nächte zu einem noch intensiveren Wärmeempfinden, das nicht nur körperlich belastend ist, sondern auch ökologische und soziale Herausforderungen mit sich bringt.
Nicht zuletzt zeigt der Bericht eine deutliche Zunahme warmer und sehr warmer Tage – also Tage mit mindestens 30 °C beziehungsweise 36 °C. An einigen Messstationen hat sich die Anzahl solcher Tage im Vergleich zu früheren Jahren sogar verdoppelt oder vervielfacht. So waren im Juli auf Mallorca beispielsweise alle 31 Tage warm, was normal nur an wenigen Tagen der Fall ist. Die Zunahme tropischer Nächte verstärkt zudem die Belastung für Mensch und Natur.
Diese Daten spiegeln einen deutlichen Trend zur zunehmenden Erwärmung und verstärkten Extremwetterereignissen wider – Phänomene, die im Kontext des globalen Klimawandels verstanden werden müssen. Für die Balearen und das gesamte Mittelmeergebiet bedeutet dies neue Herausforderungen für Umweltmanagement, Bevölkerungsschutz und Anpassungsstrategien.
Die exakte Bestätigung der Meerestemperaturanomalien durch Satellitendaten steht noch aus, doch die aktuellen Messungen zeigen eindrucksvoll, wie sehr sich das Klima in den letzten Jahren verändert hat. Diese Entwicklung fordert verantwortungsbewusstes Handeln und ein verstärktes Bewusstsein für die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere sensiblen Meeres- und Küstenökosysteme.
Quelle: Agenturen


