In Spanien haben bisher rund 900.000 Migranten im Rahmen einer außergewöhnlichen Legalisierungsaktion eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis beantragt – ein Rekordwert, der kurz vor Ablauf der Frist am 30. Juni zu erheblichen Verzögerungen bei der Bearbeitung führt. Diese sogenannte „regularización extraordinaria“ wurde Anfang April eingeführt und richtet sich an Personen, die seit mindestens fünf Monaten ununterbrochen in Spanien leben und keine Vorstrafen haben.
Die spanische Regierung hatte ursprünglich eine Bearbeitungszeit von etwa fünfzehn Tagen versprochen. Tatsächlich aber sorgt die enorme Anzahl der Anträge, zusammen mit fehlender Erfahrung der Antragsteller und begrenzten Ressourcen, für lange Wartezeiten. Die Organisation Comisión Española de Ayuda al Refugiado (Cear) schätzt, dass viele Anträge doppelt gestellt wurden, und erwartet einen weiteren Ansturm in den letzten Tagen der Frist, da viele Migranten ihre Unterlagen erst kurzfristig einreichen.
Das spanische Ministerium für Inklusion, soziale Sicherheit und Migration betont, dass der Prozess normal voranschreitet und bereits erste vorläufige Genehmigungen versandt wurden. Dennoch fordert Cear von der Regierung mehr administrative Flexibilität, um niemanden durch bürokratische Hürden auszuschließen. Auch der Oberste Gerichtshof Spaniens hat die Maßnahme trotz politischer Einwände bestätigt.
Diese Legalisierungsoffensive stellt einen bedeutenden Schritt dar, um den Status vieler Migranten in Spanien zu regeln und ihnen eine Perspektive zu geben. Sie zeigt aber auch die Herausforderungen, die mit großen bürokratischen Prozessen einhergehen, insbesondere wenn Erwartungen und Wirklichkeit auseinanderklaffen.
Quelle: Agenturen



