Ab dem 10. November 2026 schließt Ryanair die Check-in-Schalter an allen Flughäfen, die die Airline anfliegt, eine Stunde vor Abflug – und damit zwanzig Minuten früher als bisher. Diese Anpassung betrifft insbesondere Passagiere mit aufgegebenem Gepäck. Reisende, die nur mit Handgepäck unterwegs sind – das sind etwa 80 Prozent der Kunden, darunter vor allem Niederländer, Belgier und Spanier – spüren keine Änderung.
Die Maßnahme ist eine Reaktion auf vermehrte Verzögerungen bei den Grenzkontrollen innerhalb Europas. Das neue europäische Ein- und Ausreisesystem erfasst Reisende aus Nicht-EU-Ländern durch Fingerabdrücke und Gesichtsscans, was die Sicherheits- und Passkontrollen deutlich verlangsamt. Vor allem in Stoßzeiten und an großen Flughäfen entstehen dadurch lange Warteschlangen, die dazu führen, dass manche Passagiere ihren Flug verpassen.
Ryanair will mit der früheren Schließung der Check-in-Schalter verhindern, dass Passagiere mit aufgegebenem Gepäck zu spät zum Gate kommen. Denn das Einchecken des Gepäcks dauert länger, wenn die Zeit knapp wird. Parallel fördert die Fluggesellschaft die Nutzung von Selbstbedienungskiosken, die ab Oktober an über 95 Prozent ihrer Flughäfen für die Gepäckaufgabe bereitstehen. Dadurch sollen die Warteschlangen am Schalter verkürzt werden.
Nur etwa jeder fünfte Passagier, der Gepäck aufgibt, ist von der neuen Regel betroffen. Für die große Mehrheit, die ausschließlich mit Handgepäck reist, bleiben die Einsteigezeiten unverändert. Die Änderung bringt für diese Gruppe keinen Einfluss auf den Reiseablauf.
Reisende sollten dennoch ihre Handgepäckregeln für 2026 überprüfen, da Ryanair seine Freigepäckmengen für Handgepäck im vergangenen Sommer leicht erweitert hat. Trotz dieser Erweiterung bleibt die Airline für ihre strengen Kontrollen am Gate bekannt.
Die Anpassung der Check-in-Zeiten ist eine pragmatische Antwort auf die Herausforderungen durch das neue europäische Grenzsystem und die damit verbundenen längeren Wartezeiten. Während Passagiere mit Gepäck etwas früher am Flughafen sein müssen, bleibt der Ablauf für Handgepäckreisende unverändert. Ryanair reagiert so auf die Realität an den Flughäfen und versucht, das Risiko verpasster Flüge zu minimieren, ohne den Großteil der Reisenden zu beeinträchtigen.
Quelle: Agenturen





