Spanien, einst ein Pionier der Windenergie, steht nun vor einer neuen Herausforderung: dem Umgang mit ausgedienten Windkraftanlagen. Fast 13 % der spanischen Windräder sind seit über 20 Jahren in Betrieb und müssen demontiert werden.
Die Erneuerung dieser Parks ist ein großes Unterfangen, bei dem das Land nicht auf einem Abfallberg sitzen bleiben darf. Spanien zeigt jedoch, dass dies möglich ist, indem es ein System aufbaut, in dem nichts verloren geht.
Spanien verfügt über fast 33 Gigawatt Windkraftleistung, aber ein großer Teil davon ist veraltet. Einige Windräder sind seit 25 Jahren in Betrieb. Früher ging man davon aus, dass sie nach 20 Jahren ausgedient hätten, aber bei guter Wartung halten sie oft länger. Diese Erneuerung wird als „Repowering“ bezeichnet: Alte Windräder werden abgebaut und durch größere, leistungsstärkere ersetzt.
Eine neue Turbine erzeugt heutzutage oft so viel Strom wie fünf oder sechs alte Modelle aus den 1990er Jahren. Die große Frage ist, was mit einer stillgelegten Windkraftanlage passiert. Die Branche hat das Ziel, dass ab 2025 kein Gramm einer Windkraftanlage mehr auf der Mülldeponie landet.
Unternehmen prüfen zunächst, ob eine Windkraftanlage an anderer Stelle eingesetzt werden kann. Turbinen, die in Spanien nicht mehr den höchsten Anforderungen genügen, eignen sich oft noch für andere Standorte. Über 70 % der Anlagen werden an anderer Stelle wiederverwendet. Erst wenn dies technisch nicht mehr möglich ist, wird recycelt. Die meisten Teile, wie Mast und Gondel, lassen sich relativ einfach einschmelzen.
Bei den Rotorblättern ist dies jedoch schwieriger, da sie aus widerstandsfähigem Material wie Glasfaser bestehen. Spanien ist jedoch führend im Recycling von Rotorblättern. Mit europäischer Förderung wurden spezielle Fabriken wie EnergyLoop in Navarra gebaut. Dort werden die Rotorblätter zerkleinert und der Schutt in der Zementindustrie wiederverwendet.
Die spanischen Vorschriften sind streng: Beim Abbau einer Windkraftanlage muss der Natur ihr Platz zurückgegeben werden. Das bedeutet, dass die Betonfundamente nicht einfach im Boden verbleiben dürfen. Meistens wird die oberste Betonschicht entfernt und das Loch mit frischer Erde aufgefüllt. Selbst die unterirdischen Kabel werden geprüft und entweder entfernt oder belassen, je nachdem, welche Lösung der Natur am wenigsten schadet.
Der Markt für den Rückbau von Windparks wächst rasant. Unternehmen in diesem Sektor verzeichnen einen explosionsartigen Anstieg der Anfragen. Spanien hat einen Vorsprung gegenüber dem Rest Europas, da es früh mit der Windenergie begonnen hat und nun als Erster eine Lösung für deren Recycling hat. Die Herausforderung ist groß, aber die Infrastruktur steht. Dies ist ein Beweis dafür, dass grüne Energie auch wirklich grün bleiben kann.
Quelle: Agemturen





