Nach einer intensiven zweiten Hitzewelle dieses Sommers in Spanien zeichnen sich erste Anzeichen einer Abkühlung ab. Dennoch bleiben fünfzehn Regionen weiterhin im Alarmzustand, da die Temperaturen trotz sinkender Werte weiterhin extrem hoch und gefährlich sind.
Die Abkühlung beginnt im Südwesten, insbesondere in Andalusien und Extremadura, und breitet sich langsam Richtung Mittelmeer aus. Dennoch warnt der Sprecher des spanischen Wetterdienstes Aemet, Rubén del Campo, dass die Hitze keineswegs vorbei sei. Die letzten Tage waren dermaßen extrem, dass selbst ein Rückgang der Temperaturen weiterhin hohe Werte bedeutet. So werden am Freitag (10.07.2026) viele Regionen im Zentrum, Osten und auf den Balearen weiterhin über 35 Grad erleben, teilweise mit Spitzen von bis zu 40 Grad am Samstag.
Die schwersten Warnungen gelten in verschiedenen Teilen Andalusiens, Aragons, Kastilien-La Mancha, Kataloniens, Madrids, Navarras, der Region Valencia, La Rioja und Murcia. Stellenweise steigen die Temperaturen auf bis zu 41 Grad, etwa im Valle del Almanzora (Almería) oder an der Ribera del Ebro in Aragón. Auch Mallorca und der Süden Valencias nähern sich dieser Marke. Für andere Gebiete gelten gelbe Warnungen, die vor weiterhin hohen Temperaturen warnen.
Das Wochenende bringt ein wechselhaftes Wetterbild mit Temperaturanstiegen und -rückgängen. Während an der kantabrischen Küste die Temperaturen steigen, kühlt es rund ums Mittelmeer und auf den Balearen ab. Besonders im Westen Spaniens, etwa in Galicien und Kastilien und León, ist mit deutlicher Abkühlung zu rechnen, während im Landesinneren die Hitze zunächst noch anhält.
Diese wiederkehrenden Hitzewellen sind Teil eines besorgniserregenden Musters, das Klimaforscher beobachten: Aufeinanderfolgende Hitzewellen verstärken sich gegenseitig, sodass ein scheinbarer Temperaturrückgang immer noch als drückende Hitze empfunden wird. Bereits Anfang des Sommers wurden in Spanien Werte bis zu 44 Grad gemessen.
Für Menschen in Spanien gilt weiterhin Vorsicht: Aktivitäten sollten möglichst in den kühleren Morgenstunden geplant werden. Zwischen Mittag und Abend sind körperliche Anstrengungen zu vermeiden. Bei Alarmstufe Orange oder Rot werden Arbeiten im Freien oft verschoben. Zudem muss im Nordosten mit plötzlichen Gewittern, Hagel und starken Windböen gerechnet werden, die schnell gefährliche Straßenverhältnisse verursachen können.
Der Umgang mit Hitze in Spanien unterscheidet sich von etwa Deutschland, da hier regionale, relative Standards für Warnungen gelten. Dies erklärt, warum bereits 35 Grad als ernsthafte Gefahr eingestuft werden. Wer sich mit den speziellen spanischen Wetterphänomenen wie der noche tropical (tropischen Nacht) oder calima (Saharastaub) vertraut machen möchte, findet ausführliche Informationen auf spezialisierten Webseiten.
Insgesamt zeigt sich, dass die Hitze Spaniens Sommer weiterhin prägt – mit anhaltenden Herausforderungen für Bevölkerung und Umwelt.
Quelle: Agenturen





