In Spanien ist das Angebot an Ferienwohnungen in den letzten Jahren dramatisch geschrumpft. Zwischen 2021 und 2026 sank die Anzahl dieser Unterkünfte von über 403.000 auf etwa 341.000 – ein Verlust von rund 60.000 Ferienwohnungen. Diese Entwicklung hat weitreichende Folgen für den Tourismus und den Wohnungsmarkt im Land.
Der Rückgang geht vor allem auf zwei Faktoren zurück: Zum einen verschärfen regionale und lokale Behörden ihre Vorschriften für die Vermietung von Ferienwohnungen, um den Wohnungsmarkt zu entlasten und Überlastungen in beliebten Touristenzielen zu vermeiden. Zum anderen verlagern viele Eigentümer ihre Immobilien in die sogenannte „alquiler de temporada“, also die saisonale Vermietung für mehrere Monate, die weniger streng reguliert ist als die Kurzzeitvermietung an Touristen.
Die Regulierung auf lokaler Ebene zeigt sich deutlich in Städten wie Málaga, Córdoba und Madrid. So hat Málaga ein Moratorium für neue Genehmigungen in zahlreichen Stadtteilen verhängt, während Madrid mit dem „Plan Reside“ keine neuen Genehmigungen für einzelne Touristenunterkünfte im historischen Zentrum mehr ausstellt. Dieses Zusammenspiel aus strengeren Regeln und veränderten Vermietungsformen führt zu einem spürbaren Rückgang des Angebots.
Besonders stark betroffen sind die Provinzen Alicante, Madrid, die Balearen, Málaga und Barcelona. Alicante verzeichnet mit einem Minus von über 12.000 Ferienwohnungen den größten Rückgang. In Städten wie Málaga und Sevilla machen Ferienwohnungen bis zu 45 Prozent des Mietmarktes in den touristischen Zentren aus, was die Bedeutung dieser Unterkünfte für den lokalen Wohnungsmarkt verdeutlicht.
Insgesamt zeigt sich, dass der Rückgang der Ferienwohnungen nicht nur den touristischen Markt verändert, sondern auch den regulären Wohnungsmarkt beeinflusst. Die Entwicklung spiegelt die Herausforderung wider, zwischen touristischen Interessen und dem Bedarf an bezahlbarem Wohnraum für Einheimische eine Balance zu finden.
Quelle: Agenturen





