Spanien besitzt mit rund 1.200 Stauseen eine der höchsten Dichtungen weltweit, was den Bau neuer Dämme zunehmend erschwert. Um die Wasserspeicherung trotzdem zu verbessern, setzt die Region Aragón nun auf die Erhöhung bestehender Dämme, wie aktuell am Stausee von Fraga.
Der Damm in Fraga wird um zwei Meter erhöht, was die Speicherkapazität um etwa 28 Prozent steigert. Diese Maßnahme ist notwendig, denn neue Staudämme zu bauen ist kaum noch möglich: Geeignete Standorte sind rar, ökologisch umstritten und rechtlich stark reguliert. Projekte wie Mularroya oder Biscarrués zeigen, wie Umweltauflagen und Rechtsstreitigkeiten den Fortschritt bremsen.
Ein weiteres zentrales Problem ist die zunehmende Verschlammung der Stauseen. Jährlich verliert Spanien etwa 100 Kubikhektometer Speichervolumen, was die Effektivität der Wasserreservoirs schmälert. Gleichzeitig prognostiziert das Forschungsinstitut CEDEX einen Rückgang des Wasserzuflusses durch Regen und Schneeschmelze um bis zu 14 Prozent in den nächsten vier Jahrzehnten. Dies macht die Optimierung der bestehenden Infrastruktur noch dringlicher.
Die Erhöhung bestehender Dämme ist deshalb ein vielversprechender Ansatz. In Santolea konnten durch eine Aufstockung bereits 81,75 Kubikhektometer zusätzliche Kapazität gewonnen werden. Noch größere Projekte wie die Erhöhung des Stausees bei Yesa könnten sogar mehr Volumen schaffen als alle neuen Dämme der letzten 15 Jahre zusammen – allerdings verzögern rechtliche Einwände die Umsetzung.
Kritiker, darunter Umweltorganisationen wie Greenpeace, plädieren hingegen für ein Umdenken in der Wasserwirtschaft. Sie argumentieren, dass es nicht um mehr Speicherkapazität gehe, sondern um nachhaltigen Umgang mit Wasserressourcen, da die vorhandenen Kapazitäten die natürliche Wasserverfügbarkeit bereits übersteigen.
Angesichts dieser Herausforderungen steht Spanien vor der Aufgabe, seine Wasserversorgung intelligenter und nachhaltiger zu gestalten. Die Erhöhung bestehender Dämme ist ein pragmatischer Schritt, der jedoch von langfristigen Strategien für den Schutz und die effiziente Nutzung der Wasserressourcen begleitet werden muss.
Quelle: Agenturen





