Wie viel Kleidung brauchen wir wirklich, und was verrät unser Kaufverhalten über unsere Gesellschaft? Eine aktuelle Studie der spanischen Verbraucherorganisation OCU bietet aufschlussreiche Antworten: Im Durchschnitt kaufen Spanier jährlich elf Kleidungsstücke und investieren rund 351 Euro in neue Outfits. Doch der Blick hinter die Zahlen zeigt, dass sich verschiedene Konsumtypen herauskristallisieren – allen voran eine Gruppe, die überdurchschnittlich viel einkauft.
Die Umfrage der OCU unter Erwachsenen zwischen 18 und 74 Jahren offenbart, dass insbesondere junge Frauen zu den Vielkäufern zählen. 8 Prozent erwerben mehr als zwanzig Kleidungsstücke pro Jahr – ein Verhalten, das die OCU problematisch sieht und als Hyperkonsum einstuft. Für viele ist dabei nicht der Preis, sondern das Design entscheidend für den Kauf. Besonders auffällig: Kleidung gilt für einen Großteil der unter 35-Jährigen als wichtiger Faktor für das Selbstbewusstsein.
Beim Blick auf die Einkaufsorte liegt die Dominanz der großen Modeketten wie Zara, H&M und Mango auf der Hand, aber auch Plattformen wie Shein und Amazon gewinnen an Bedeutung. Der Trend zum Secondhand-Kauf hält ebenfalls an – fast die Hälfte der Befragten greift gelegentlich zu gebrauchter Kleidung, meist aus preislichen Überlegungen und wegen der zugänglichen Luxusmarken. Der ökologische Aspekt spielt dagegen eine geringere Rolle, obwohl jährlich rund 19 Kilogramm Textilabfall pro Person anfallen.
Insgesamt unterscheidet die Studie drei Käuferprofile: bewusste Konsumenten (17 Prozent), Hyperkonsumenten (8 Prozent) und Schnäppchenjäger (8 Prozent), während die Mehrheit zwischen diesen Kategorien schwebt. Auffällig bleibt dabei das Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach nachhaltigem Konsum und dem Angebot günstiger Fast Fashion.
Die OCU fordert angesichts dieser Entwicklung strengere Kontrollen von Verkaufspraktiken und eine transparentere Kennzeichnung der wahren Kosten von Kleidung. Denn letztlich ist Mode nicht nur eine Frage des Stils, sondern auch eine gesellschaftliche Verantwortung – und die Anzeichen für einen Wandel sind spürbar.
Quelle: Agenturen





