Der Sommer 2026 bringt für das öffentliche Gesundheitssystem der Balearen eine besorgniserregende Entwicklung mit sich: Die Wartelisten für ambulante Behandlungen und Operationen steigen trotz vergangener Maßnahmen deutlich an. Hauptursache für diese Verschlechterung ist der landesweite Ärzte-Streik, der das ohnehin belastete System zusätzlich unter Druck setzt.
Am 7. Juli 2026 standen 94.373 Patienten für ambulante Behandlungen auf der Warteliste – ein Anstieg von 25,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Die durchschnittliche Wartezeit erhöhte sich von 60 auf 66 Tage. Besonders gravierend ist die Zunahme der Patienten mit langen Wartezeiten: Die Zahl derjenigen, die 61 bis 90 Tage warten müssen, stieg um 61,2 %, und Patienten mit Wartezeiten zwischen 91 und 365 Tagen nahmen um 50,7 % zu. Ähnlich verschlechtert sich die Situation bei Operationen, mit einem Anstieg der Wartelisten um 19,4 % und einer durchschnittlichen Wartezeit von 109 Tagen, 15 Tage länger als 2025.
Der Generaldirektor des IB-Salut, Javier Ureña, macht neben dem Streik auch demografische Faktoren verantwortlich: Eine alternde Bevölkerung und die steigende Anzahl der Krankenversicherungskarten führen zu einem höheren Versorgungsbedarf. Der Ärzte-Streik, der 31 Arbeitstage Ausfall verursachte, wirkt als zusätzlicher Belastungsfaktor und führt zu erheblichen Verzögerungen.
Die Ärztegewerkschaft Simebal bestätigt die Auswirkungen des Streiks auf das gesamte öffentliche Gesundheitssystem Spaniens und kritisiert die mangelnde Reaktion der Regierung. Besonders betroffen sind die großen Krankenhäuser Son Espases und Son Llàtzer, wo sich Wartezeiten und Patientenzahlen mit langen Warteperioden drastisch erhöht haben.
Als Lösungsansätze schlägt Simebal finanzielle Anreize für freiwillige Nachmittagsdienste und eine bessere Koordination von Überweisungen an private oder gemeinnützige Krankenhäuser vor. Gleichzeitig fordert die Gewerkschaft die spanische Regierung auf, Verhandlungen aufzunehmen, um die Streiks zu beenden und eine nachhaltige Verbesserung der Versorgung zu ermöglichen.
Insgesamt zeigt sich, dass die Kombination aus strukturellen Herausforderungen und dem aktuellen Streik eine bedeutende Belastung für das balearische Gesundheitssystem darstellt. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um Wege aus der Krise zu finden und die Versorgung der Patienten wieder zu sichern.
Quelle: Agenturen




