Strände auf Mallorca unter Satellitenüberwachung

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In den kommenden Jahren könnten Strandbesucher möglicherweise schon vor ihrer Ankunft Informationen über die Wasserqualität erhalten. Eine aktuelle Studie deutet darauf hin, dass der europäische Satellit Sentinel-2 aus dem Weltraum dazu beitragen kann, das Vorhandensein von E. coli und Enterococcus-Bakterien zu erkennen, welche Indikatoren für fäkale Verunreinigungen sind.

Die Studie wurde an der Küste Mallorcas durchgeführt und könnte zukünftig für beliebte Strände in ganz Spanien von Nutzen sein. Jeden Sommer baden Millionen von Menschen im Mittelmeer, ohne sich der möglichen Wasserverschmutzung bewusst zu sein. Bakterien können durch starke Regenfälle, undichte Kläranlagen oder illegale Einleitungen ins Wasser gelangen. Überschreiten die Werte bestimmte Grenzwerte, müssen Strände unter Umständen vorübergehend gesperrt werden.

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Die derzeitigen Messmethoden sind zwar zuverlässig, aber zeitaufwendig: Es dauert oft ein bis zwei Tage, bis Ergebnisse vorliegen, und Messungen werden nur an wenigen ausgewählten Stellen durchgeführt. Sentinel-2 liefert alle fünf Tage kostenlose und öffentlich zugängliche Bilder der Erde. Der Satellit kann zwar keine einzelnen Bakterien erkennen, erfasst aber optische Signale, die entstehen, wenn sich eine große Anzahl von Bakterien oder organischem Material im Wasser befindet.

Insbesondere bestimmte Infrarotbereiche reagieren empfindlich auf Veränderungen der Wasseroberfläche. Durch die Kombination dieser Daten mit Informationen aus dem Blaulichtbereich können Forscher Muster erkennen, die auf Verschmutzungen hindeuten.

Beispielsweise kam es im September 2023 in Cala Vinyes auf Mallorca zu einer erheblichen Verschmutzung. Eine nachträgliche Analyse von Satellitenbildern zeigte, dass Sentinel-2 bereits ab dem 23. September erhöhte Bakterienwerte erfasst hatte. Die erstellten Karten identifizierten wiederholt denselben Ort als Ursache der Verschmutzung.

Im November 2024 wurde bestätigt, dass dort tatsächlich eine Kläranlage eines Hotels undicht war. Die Forscher weisen jedoch darauf hin, dass sich die Technik noch in der Entwicklung befindet. Für den Vergleich mit den Satellitendaten standen lediglich hundert Wasserproben zur Verfügung.

Quelle: Agenturen