Straßen in Spanien: Verwaltung, Mautsystem und Kfz-Steuer

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Spanien verfügt über das größte Hochleistungsautobahnnetz Europas und hat in den letzten Jahren viele Mautgebühren abgeschafft. Dennoch steht das Land unter dem Druck der EU, ein neues Zahlungssystem einzuführen. Dieses System sowie die Kfz-Steuer und die Finanzierung der Straßenerhaltung sind wichtige Aspekte des spanischen Verkehrsmanagements.

Das spanische Straßennetz umfasst Ende 2025 mehr als 165.000 Kilometer asphaltierte Straßen, die auf drei Verwaltungsebenen verteilt sind. Das Verkehrsministerium (Ministerio de Transportes y Movilidad Sostenible) verwaltet etwa 26.500 Kilometer, darunter die wichtigsten Verbindungsstraßen, die mehr als die Hälfte des Verkehrs und zwei Drittel des Güterverkehrs tragen. Die autonomen Regionen und Provinzverwaltungen sind für den Rest zuständig, was zu unterschiedlichen Vorschriften und Tarifen je nach Gebiet führt.

Nur noch rund 1.400 Kilometer der Autobahnen sind mautpflichtig, betrieben von staatlichen und privaten Betreibern. Die Mauttarife stiegen 2026 moderat, und bezahlt wird bar, mit EC-Karte oder elektronisch via VIA-T-Tag, das auch in anderen europäischen Ländern funktioniert. Die Kosten variieren stark, von etwa fünfzig Cent pro Kilometer in einem Tunnel bei Bilbao bis zu wenigen Cent auf anderen Strecken. Die meisten früheren mautpflichtigen Straßen sind inzwischen mautfrei, wie die AP-7 entlang des Mittelmeers. Dennoch warnt die Branche vor unzureichenden Investitionen in den Straßenerhalt.

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Die Kraftfahrzeugsteuer wird jährlich von den Gemeinden erhoben, in denen das Fahrzeug am 1. Januar zugelassen ist. Der Betrag richtet sich bei Pkw nach den sogenannten Steuer-PS (caballos fiscales), einer administrativen Größe, die nichts mit der tatsächlichen Motorleistung zu tun hat. Die Gemeinden können den Basisbetrag verdoppeln. Umweltfreundliche Fahrzeuge erhalten Ermäßigungen von bis zu 75 Prozent. Die IVTM fließt vollständig in die Gemeindekassen und finanziert hauptsächlich lokale Straßen, während die großen Autobahnen aus dem Staatshaushalt getragen werden.

Spanien verzichtet auf ein landesweites Mautsystem wie in Frankreich, setzt aber auf ein nutzungsabhängiges Bezahlmodell, um EU-Fördermittel zu sichern. Ein neues Mobilitätsgesetz schließt eine allgemeine Maut aus, lässt jedoch Spielraum für Finanzierungsmodelle, die Entfernung, Uhrzeit und Emissionen berücksichtigen. Damit könnte Spanien künftig ein differenziertes und umweltbewusstes Straßenzahlungssystem einführen.

Quelle: Agenturen