Die Geschäftsführung von Serveis Ferroviaris de Mallorca (SFM) und die Gewerkschaften haben sich erneut getroffen, um einen Streik abzuwenden. Das Treffen fand am Donnerstag (12.02.2026) statt, nachdem die Gewerkschaften zuvor ihre Unzufriedenheit über angebliche „Ausflüchte“ des Unternehmens geäußert hatten.
Laut Gewerkschaftsangaben stand die Ankündigung von Teilstreiks kurz bevor. Nach einer Unterbrechung kehrten die Gewerkschaften jedoch an den Verhandlungstisch zurück und akzeptierten, die Entscheidung über einen Streik noch einige Tage hinauszuzögern.
Hintergrund der Auseinandersetzung sind Sicherheitsmängel, die die Gewerkschaft nach Zugunfällen auf dem spanischen Festland und der Ankündigung eines Lokführerstreiks bemängelt. Bisher fanden fünf Treffen statt.
Die Gewerkschaften beklagen, dass sie bisher nur Versprechungen, aber keine konkreten Zusagen erhalten hätten. Sie hatten der Geschäftsleitung eine Frist bis Donnerstag gesetzt, um greifbare Ergebnisse vorzulegen. Die Antwort der Geschäftsleitung auf die Forderungen der Gewerkschaften wurde als unzureichend kritisiert. Die Gewerkschaften bemängeln, dass alles „geprüft wird“ und Fristen verschoben werden. Zudem sehen sie einen Widerspruch zu einer Vereinbarung zwischen Transportes, Adif, Renfe und den staatlichen Gewerkschaften.
Ein Streitpunkt ist die Auslagerung bestimmter Dienstleistungen. Die Gewerkschaften fordern die Internalisierung von Abteilungen, die sie als „kritisch“ erachten. Die Geschäftsleitung argumentiert, dass dies keine Frage der Sicherheit sei. Der Geschäftsführer José Ramón Orta betonte, dass die Sicherheit davon abhänge, ob ein Dienst gut oder schlecht funktioniere.
Ricardo Mas, Vorsitzender des Betriebsrats, kritisierte, dass die Auslagerung scheinbar nur um der Auslagerung willen erfolge und alle Themen aufgeschoben würden. Er forderte die Einrichtung einer Sicherheitskommission und ein IT-Tool zur Verfolgung von Vorfällen. Der Geschäftsführer sicherte die Bildung einer Sicherheitskommission zu, wies aber darauf hin, dass das Unternehmen als öffentliche Verwaltung durch Ausschreibungsfristen eingeschränkt sei.
José Ramón Orta reagierte auch auf Kritik von Verkehrsminister Óscar Puente, der den Konflikt bei SFM aufgegriffen hatte. Orta wies die Bemerkung von Puente, dass das Streckennetz auf Mallorca mit 90 Kilometern kurz sei, als „beleidigend“ zurück. Er betonte, dass das Streckennetz länger sein könnte, wenn der Staat ein Eisenbahnabkommen mit der Regierung unterzeichnet hätte, und kritisierte, dass das Ministerium keinen einzigen Euro für die Eisenbahn bereitgestellt habe. Orta lud den Minister ein, die Züge auf Mallorca zu besuchen, die hohe Qualitätsstandards erfüllten.
Quelle: Agenturen



