Strompreise steigen im Juli um 30 %

Lesedauer des Artikels: ca. 3 Minuten -

Der Durchschnittspreis für Strom auf dem Großhandelsmarkt, einer der Referenzwerte für Verbraucher mit reguliertem Tarif, liegt im Juli bei rund 94 Euro pro Megawattstunde (MWh) – ein Anstieg von 30 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum –, was mit einem geringeren Beitrag aus Wind- und Wasserkraft im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2025 zusammenfällt.

Hinzu kommt ein hoher Verbrauch, der im Sommer mit dem Einsatz von Kühlgeräten zur Bekämpfung der hohen Temperaturen zusammenhängt, wie es bei der Hitzewelle der Fall war, die Spanien zwischen Sonntag, dem 5., und Donnerstag, dem 9., heimsuchte – ein Ereignis, das den höchsten täglichen Spitzenbedarf auf der Iberischen Halbinsel seit Jahren zur Folge hatte.

Nach Angaben des Netzbetreibers Red Eléctrica erreichte dieser Wert am Mittwoch, dem 8., 812,6 Gigawattstunden (GWh) und lag damit über den 809 GWh vom Mittwoch, dem 2. Juli 2025 – dem Spitzenwert der vergangenen Sommersaison, der ebenfalls an einem Tag mit extremer Hitze verzeichnet wurde. Der historische Höchstwert für diesen Zeitraum – „Red Eléctrica“ unterscheidet die Werte je nachdem, ob sie im Winter oder im Sommer auftreten – liegt jedoch weiterhin bei 822 GWh vom Donnerstag, dem 20. Juli 2006.

Lesetipp:  Spanische Bauernverbände "gehen auf die Strasse"
--|- Bitte beachten Sie unsere Anzeigenpartner! -|-- Spannung & Thrill - Entdecke die Mallorca-Krimis von Jan van Renesse. Alle Titel für jeweils € 3,99!

Betrachtet man hingegen den stündlichen Verbrauch, so liegt der Spitzenwert dieser Sommersaison bislang bei 39.160 MWh am selben 8. Juli zwischen 20:00 und 21:00 Uhr, was die 37.637 MWh vom 2. Juli 2025 zwischen 14:00 und 15:00 Uhr übertrifft. Hier liegt der Rekord bei 40.934 MWh am Montag, dem 19. Juli 2010, von 13:00 bis 14:00 Uhr.

Im Detail betrachtet lag diemaximale Momentanleistung dieses Sommers bei 39.429 Megawatt (MW) am Montag, dem 6. Juli, um 20:58 Uhr, knapp zwei Minuten vor Beginn des Achtelfinalspiels der Fußball-WM zwischen Spanien und Portugal. Dieser Wert liegt über den 37.946 MW vom 2. Juli 2025 um 14:30 Uhr, erreicht jedoch noch nicht die 41.318 MW vom 19. Juli 2010 um 13:26 Uhr. Die von EFE erhobenen aktuellen Nachfragedaten beinhalten nicht die Energie aus Eigenverbrauchsanlagen.

Zwischen dem 5. und 9. Juli, also während der zweiten Hitzewelle des Sommers laut der Spanischen Wetteragentur (Aemet), wurde die MWh im „Pool“ im Durchschnitt mit 100 Euro bezahlt, während sie im Vergleichszeitraum des Jahres 2025 (vom ersten Sonntag bis zum zweiten Donnerstag dieses Julis) knapp 72 Euro betrug.

Es sei darauf hingewiesen, dass ein durchschnittlicher Haushalt im Monat durchschnittlich etwa 250–290 Kilowattstunden (kWh) Strom verbraucht, also etwa 0,25–0,29 MWh. Zudem hängt der Preis für Verbraucher mit dem PVPC-Tarif zu 45 % vom Tagesmarkt und zu den verbleibenden 55 % von einem Warenkorb aus Terminkontrakten ab.

Abgesehen von der Nachfrage waren diese Wochen auch durch einen geringeren Beitrag der Windenergie – einer Technologie, die den Strompreis in der Regel deutlich senkt – sowie der Wasserkraft gekennzeichnet. Insgesamt besteht der Strommix auf der Iberischen Halbinsel jedoch erneut überwiegend aus erneuerbaren Energien (57,5 %), wobei die Photovoltaik mit 30,1 % die wichtigste Erzeugungsquelle darstellt. Darauf folgen die Kernenergie (19,4 %), Gas-Kombikraftwerke (17,3 %) und die Windenergie (14,5 %).

Quelle: Agenturen