Die spanische Automobilbranche steht unter Druck: Das lang erwartete Förderprogramm „Auto+“ für Elektrofahrzeuge lässt trotz großer Bedeutung und Versprechen der Regierung weiterhin auf sich warten. Mit einem Jahresumsatz von über 53 Milliarden Euro und mehr als 166.000 Arbeitsplätzen ist die Branche ein zentraler Wirtschaftssektor und ein wichtiger Motor für die Elektromobilität in Spanien.
Der Dachverband FACONAUTO fordert die sofortige Einführung des Programms, das als strategische Priorität bis 2029 gilt. „Auto+“ soll den Kauf von Elektroautos und elektrischen Fahrzeugen durch direkte staatliche Förderung erstmals ohne Umweg über die autonomen Regionen erleichtern, wodurch sich die Bearbeitungszeiten erheblich verkürzen sollen. Das Programm ist der Nachfolger des bisherigen „Moves“-Programms und bringt eine Neuerung in der direkten Auszahlung der Fördermittel.
Die Verzögerung bei der Umsetzung liegt nicht an fehlenden Mitteln – die 400 Millionen Euro sind bereits rechtlich gesichert –, sondern an bürokratischen Hürden. So muss noch eine finale Durchführungsverordnung im spanischen Staatsanzeiger veröffentlicht werden. Besonders komplex war die Festlegung eines europäischen Batteriekriteriums, das für die höchste Förderstufe erfüllt sein muss. Diese Entscheidungen wurden in Abstimmung mit der Europäischen Kommission getroffen, und darüber hinaus erfordert die Einführung eines neuen digitalen Antragsverfahrens zusätzlichen Zeitaufwand.
Diese Verzögerung hat unmittelbare Folgen für Käufer: Die Förderung kann die Anschaffungskosten um bis zu 5.500 Euro reduzieren und ist für viele der entscheidende Anreiz, sich für ein Elektroauto statt eines Verbrenners zu entscheiden. Da die Förderung rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 gilt, ist ein Großteil des Budgets bereits virtuell verbraucht, ohne dass Anträge gestellt werden konnten. Die Branche befürchtet, dass die Mittel schon bis Ende September erschöpft sein könnten.
Vor dem Hintergrund des schnellen Marktwandels, insbesondere durch den wachsenden Einfluss chinesischer Automarken, ist die zügige Umsetzung von „Auto+“ essenziell, um Spaniens Elektrifizierungsziele zu erreichen und faire Wettbewerbsbedingungen sicherzustellen.
Quelle: Agenturen





