Im ersten Halbjahr dieses Jahres haben über eine Million Touristen auf den Balearen angegeben, während ihres Aufenthalts “bei Freunden” zu übernachten. Diese Zahl von 1.031.076 Besuchern entspricht etwa 12,5 % der insgesamt 8,1 Millionen Ankünfte bis Juni. Trotz der beeindruckenden Zahl ist dies ein Rückgang von 6,07 % gegenüber dem Vorjahr.
Hinter dieser Kategorie verbirgt sich jedoch ein umstrittenes Phänomen: Experten und Behörden gehen davon aus, dass viele Touristen, die angeben, bei Freunden unterzukommen, tatsächlich in illegalen Ferienunterkünften wohnen. Diese Unterkünfte sind schwer zu kontrollieren, da die Angabe nur auf den Aussagen der Reisenden basiert, ohne dass eine Verbindung zum Eigentümer der Immobilie nachgewiesen werden muss.
Der Tourismus auf den Balearen wächst weiterhin: Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Gesamtzahl der Besucher um 187.680 auf 8.123.513. Hotels und ähnliche Unterkünfte verzeichneten mit 5,43 Millionen Gästen eine Zunahme von 6,07 %, während Ferienvermietungen einen moderaten Rückgang von 3,3 % auf 826.498 Besucher erlebten. Besonders dramatisch sank die Zahl der Gäste in Zweitwohnsitzen um 15,18 % auf 495.990.
Die Regionalregierung führt den Rückgang der „Freundesunterkünfte“ auf eine verschärfte Kontrolle und Bekämpfung illegaler Ferienvermietungen zurück. Tourismusminister Jaume Bauzà betont, dass die Bevölkerung zunehmend erkennt, dass illegale Vermietungen nicht mehr toleriert werden. Die neuen gesetzlichen Maßnahmen sehen tägliche Zwangsgelder von 500 bis 5.000 Euro für Eigentümer vor, die trotz Aufforderung weiterhin illegal vermieten. Bei wiederholtem Verstoß kann die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden.
Diese Schritte unterstreichen den entschlossenen Kampf der Behörden gegen illegale Ferienunterkünfte, um die Überfüllung der Inseln zu verringern und den Wohnungsmarkt zu entlasten. Die Balearen bleiben trotz der Herausforderungen weiterhin ein beliebtes Reiseziel, das mit einer nachhaltigen Tourismusstrategie in die Zukunft blickt.
Quelle: Agenturen




