Am 6. Juli brachen in Katalonien drei große Waldbrände nahezu zeitgleich aus und stellten die Region vor enorme Herausforderungen. Die verheerenden Feuer erforderten umfangreiche Schutzmaßnahmen, wobei Tausende Menschen angewiesen wurden, in ihren Häusern zu bleiben, um ihre Sicherheit zu gewährleisten.
Die Brände entfachten in den Regionen Sentmenat (Provinz Barcelona), Carme und La Pobla de Claramunt (Region Anoia) sowie Artesa de Segre (Provinz Lleida). Ursache waren die langanhaltende Hitze und Trockenheit, die das Gebiet seit Wochen plagen. Besonders dramatisch entwickelte sich der Brand bei Sentmenat, wo das Feuer nach dem Ausbruch auf einem Gewerbegebiet rasch auf angrenzende Wälder übergriff und sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 850 Metern pro Stunde ausbreitete.
Der katalanische Zivilschutz reagierte schnell und forderte über Mobiltelefone Einwohner mehrerer Siedlungen auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten. In der Region Anoia mussten rund 33.000 Menschen zu Hause bleiben, teilweise wurden Industrieanlagen in Mitleidenschaft gezogen. Die Rettungskräfte, unterstützt von der militärischen Notfalleinheit, arbeiteten rund um die Uhr, um die Feuer unter Kontrolle zu bringen.
Besondere Sorge bereitet der nahegelegene Naturpark Sant Llorenç del Munt i l’Obac, der bereits 2003 von einem verheerenden Brand betroffen war. Um eine Wiederholung dieses Desasters zu verhindern, wird die linke Flanke des Feuers intensiv überwacht. Während sich die Situation bei Carme und Anoia stabilisierte und Ausgangsbeschränkungen größtenteils aufgehoben wurden, bleibt die Lage bei Sentmenat weiterhin kritisch.
Parallel dazu nähert sich ein weiterer großer Waldbrand in der Provinz Girona an der Costa Brava der Kontrolle. Über 2.200 Hektar Naturfläche, darunter ein bedeutendes Naturschutzgebiet, wurden zerstört. Die betroffenen Bewohner konnten nach ihrer Evakuierung zurückkehren. Die Ermittlungen ergaben, dass der Brand mutmaßlich durch eine missachtete Warnung und unsachgemäße Maschinenarbeit verursacht wurde.
Diese gleichzeitigen Großbrände sind ein eindrucksvolles Zeichen für die zunehmenden Risiken durch Klimawandelfolgen wie extreme Hitze und Trockenheit. Sie fordern höchste Aufmerksamkeit und effiziente Koordination der Einsatzkräfte, um Mensch und Natur bestmöglich zu schützen.
Quelle: Agenturen





