Die Weinlese auf Mallorca hat sich in diesem Jahr aufgrund der außergewöhnlichen Hitze deutlich vorverlegt. Bereits seit dem 21. Juli, also rund zwei Wochen früher als üblich, werden vor allem weiße Trauben wie Chardonnay, Giró Ros und Sauvignon Blanc geerntet. Diese frühe Lese ist geprägt von mehreren Hitzewellen, die die Insel seit Ende Juni heimsuchen.
Mateu Morro, Präsident von Vi de la Terra Mallorca, erklärt, dass trotz der Hitze mit einer ähnlichen Produktionsmenge wie im Vorjahr gerechnet wird. Interessant ist, dass die Alkoholgehalte moderater ausfallen, da die Reben für die Zuckerbildung normalerweise Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht benötigen – ein Faktor, der in diesem Sommer kaum gegeben ist. Die Folge sind frischere Weiß- und Roséweine mit einem moderaten Alkoholgehalt zwischen 12 und 12,5 Grad. Bei den roten Rebsorten, wie Merlot und Syrah, wird die Reife und Aromabildung noch genau beobachtet.
Besonders erfreulich ist der Gesundheitszustand der Trauben: Die hohen Temperaturen haben Pilzbefall stark eingedämmt, und die Weinberge profitieren von vorbeugenden Pflanzenschutzmaßnahmen sowie den reichlichen Regenfällen im vergangenen Winter. Trotz der Belastung durch Dürrejahre zuvor sind die Weinberge in diesem Jahr insgesamt in einem besseren Zustand als sonst.
Die Weingüter, die unter der geschützten geografischen Angabe „Vi de la Terra Mallorca“ registriert sind, treffen zudem digitale Maßnahmen zur besseren Kontrolle der Erntemengen. Seit 2025 wird ein digitaler Weinbauer-Pass genutzt, der die Ernteerfassung vereinfacht und die Verwaltung effizienter macht. Dies verbessert nicht nur die Nachverfolgbarkeit, sondern unterstützt auch die Anpassung an die Herausforderungen des Klimawandels.
Zusammenfassend zeigt die diesjährige Weinlese auf Mallorca, wie der Weinbau trotz extremer klimatischer Bedingungen durch Innovation, Anpassung und nachhaltige Maßnahmen weiterhin qualitativ hochwertige Weine hervorbringt – ein spannendes Kapitel für die Zukunft der Inselweine.
Quelle: Agenturen





