Die Entwicklung der Familienplanung in Spanien spiegelt einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel wider. Immer mehr Frauen entscheiden sich bewusst gegen Kinder, während zugleich viele, die sich Nachwuchs wünschen, weniger Kinder bekommen, als sie eigentlich möchten.
Aktuellen Daten des spanischen Statistikamts zufolge ist der Anteil kinderlos bleiben wollender Frauen in den letzten sieben Jahren von 12,3 Prozent auf 15,5 Prozent gestiegen. Diese Veränderung betrifft nicht alle Altersgruppen gleich: Besonders bei Frauen zwischen 35 und 39 Jahren hat sich der Anteil derjenigen, die keine Kinder wollen, mehr als verdoppelt. Jüngere Frauen unter 25 hingegen zeigen weiterhin einen ausgeprägten Kinderwunsch – drei Viertel von ihnen möchten Mutter werden.
Dennoch bleibt die Geburtenrate niedrig: Im Schnitt bekommen spanische Frauen nur 1,10 Kinder. Das liegt nicht nur am schwindenden Kinderwunsch, sondern auch an äußeren Faktoren. Viele Mütter geben an, weniger Kinder zu haben, als sie sich wünschen – bei Spanierinnen sind es 37 Prozent, bei ausländischen Frauen 27 Prozent. Gründe dafür sind oft finanzielle Unsicherheiten, Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie ein angespanntes Wohnungsmarktumfeld. Zwei von drei jungen Erwachsenen unter 35 können sich keine eigene Wohnung leisten, was die Familiengründung verzögert.
Die Forderungen an die Politik reichen von längerem Elternurlaub über mehr finanzielle Unterstützung bis hin zu besseren Rahmenbedingungen für junge Familien. Gleichzeitig gibt es auch Stimmen, die zusätzliche staatliche Geburtenförderung für unnötig halten.
Spanien steht somit vor der Herausforderung, gesellschaftliche Wünsche und Realitäten in Einklang zu bringen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob politische Maßnahmen und gesellschaftlicher Wandel gemeinsam zu einer nachhaltigen Verbesserung der Situation führen können.
Quelle: Agenturen




