In Spanien weichen die Essenszeiten deutlich von denen anderer europäischer Länder ab. Während in Deutschland bereits am frühen Abend gegessen wird, beginnen die Spanier oft erst gegen 21:00 Uhr oder später mit dem Abendessen.
Dieser Unterschied hat historische, kulturelle und sogar politische Gründe. Ein wesentlicher Faktor ist die Zeitzone. Obwohl Spanien geografisch gesehen eigentlich in der gleichen Zeitzone wie Großbritannien und Portugal liegen sollte, stellte Diktator Francisco Franco das Land im Jahr 1940 auf die mitteleuropäische Zeit um, um sich dem nationalsozialistischen Deutschland anzunähern.
Diese Entscheidung wurde bis heute nicht rückgängig gemacht. Dadurch geht die Sonne in Spanien später unter, was das natürliche Hungergefühl beeinflusst. Hinzu kommt die traditionelle “jornada partida”, der geteilte Arbeitstag. Viele Spanier arbeiten mit einer längeren Mittagspause, die oft für ein ausgiebiges Mittagessen genutzt wird. Dadurch verschiebt sich der gesamte Tagesablauf nach hinten, und das Abendessen wird später eingenommen.
Auch das gesellschaftliche Leben spielt eine Rolle. In Spanien ist das Essen oft ein soziales Ereignis, das in Restaurants und Bars stattfindet, die erst am späten Abend richtig öffnen. Gerade im Sommer, wenn die Temperaturen tagsüber sehr hoch sind, ist es angenehmer, Aktivitäten in die späteren Abendstunden zu verlegen. Die späten Essenszeiten sind somit eine Kombination aus historisch bedingten Umständen, kulturellen Gewohnheiten und klimatischen Bedingungen.
Quelle: Agenturen





