Aktuelle Daten der spanischen Steuerbehörde Hacienda zeigen, dass über 60 % der Arbeitnehmer in Spanien weniger als 24.000 Euro brutto jährlich verdienen. Dies entspricht etwa 985 Euro netto monatlich (verteilt auf zwölf Zahlungen). Diese Zahlen verdeutlichen die Differenz zwischen Brutto- und Nettolöhnen, wobei Abzüge für Steuern und Sozialabgaben das verfügbare Einkommen erheblich reduzieren.
Besonders betroffen sind Branchen wie Gastronomie, Einzelhandel, Tourismus und Dienstleistungen, in denen die Gehälter oft unter dem Landesdurchschnitt liegen. Regionale Unterschiede sind ebenfalls signifikant: Madrid, das Baskenland und Katalonien weisen höhere Durchschnittsgehälter auf als Andalusien, Extremadura oder die Kanarischen Inseln.
Trotz steigender Löhne halten die Wohn- und Lebenshaltungskosten in vielen Regionen Spaniens nicht Schritt. Abzüge wie Einkommensteuer (IRPF), Sozialversicherungsbeiträge, Arbeitslosen- und Rentenversicherungsbeiträge schmälern das Nettogehalt zusätzlich.
Obwohl der Mindestlohn gestiegen ist, wird dieser Vorteil durch Inflation und höhere Fixkosten, insbesondere Mieten in Großstädten, relativiert. Zudem sind die Lebensmittelpreise seit 2019 um fast 50 % gestiegen. Das Durchschnittsgehalt in Spanien liegt weiterhin unter dem EU-Durchschnitt, was zu Fachkräftemangel und Abwanderung junger Spanier ins Ausland führt.
Trotz eines gemeldeten Rekordwerts beim durchschnittlichen Haushaltseinkommen spüren viele Haushalte diese Entwicklung kaum. Daten der Hacienda und des INE bestätigen den zunehmenden finanziellen Druck auf die Mittelschicht, was sich in der steigenden Zahl von Arbeitnehmern mit Zweitjobs widerspiegelt.
Quelle: Agenturen




