Widerstand gegen Amazon-Rechenzentrum in Cuarte

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Im kleinen Weiler Cuarte nahe Huesca formiert sich entschiedener Widerstand gegen ein neues Amazon-Rechenzentrum. Bei einer Nachbarschaftsbefragung stimmten über 99 % der Einwohner gegen das Projekt „Walqa 2“ – ein Signal, das die regionale Debatte um Digitalisierung, Umweltschutz und Mitbestimmung verschärft.

Die Abstimmung, durchgeführt von der Asociación de Vecinos de Cuarte, zeigt deutliche Skepsis: Die Bewohner fühlen sich schlecht informiert (96 %), sehen keine ausreichenden Vorteile im Status als „Projekt von allgemeinem Interesse für Aragón“ (95 %) und kritisieren die regionale Politik zum Ausbau von Rechenzentren flächendeckend. Fast alle Stimmberechtigten (117 von 144, gut 81 % Wahlbeteiligung) lehnten das Vorhaben ab.

Das Rechenzentrum, angesiedelt auf fast 70 Hektar ehemaliger Geflügelzuchtbetriebe, ist Teil eines Milliardeninvestments von Amazon in Aragón. Die Kernpunkte des Protests: enormer Wasser- und Stromverbrauch (jährlich über 755.000 Kubikmeter Wasser und 2.270 Gigawattstunden Strom), die infrastrukturelle Belastung für die Umgebung sowie der Zweifel, ob der befristete Anstieg von Arbeitsplätzen die dauerhaften Eingriffe rechtfertigt. Erfahrung zeigt: 2021 hatte keines der bestehenden Zentren mehr als zwanzig direkte Mitarbeitende.

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Auch andernorts in Aragón regt sich Protest, etwa in Zaragoza, wo über tausend Menschen gegen Rechenzentren demonstrierten. Besonders kritisch betrachtet wird zudem, dass Amazon Steuereinnahmen nicht am Standort, sondern zentral in Madrid abführt. Die Entwicklung verleiht der Diskussion um nachhaltige Ressourcennutzung in ohnehin wasserarmen Regionen neue Brisanz.

Das Votum in Cuarte ist rechtlich nicht bindend, doch politisch kaum zu ignorieren. Es illustriert nicht nur ein wachsendes Misstrauen gegenüber Großkonzernen, sondern auch die Forderung der Bevölkerung nach mehr Transparenz, nachhaltiger Entwicklung und echter Teilhabe. Wie weit ihr Widerstand reicht, wird sich erst zeigen – aber dass ihre Stimme Gewicht hat, wissen die Menschen in Cuarte spätestens jetzt.

Quelle: Agenturen