Die Balearen erleben seit zwei Jahrzehnten einen bemerkenswerten Anstieg der Immobilienpreise, der weit über dem Wachstum des Haushaltseinkommens liegt. Während Häuser und Wohnungen unaufhörlich teurer werden, bleiben das Pro-Kopf-Einkommen und der individuelle Wohlstand weit hinter der Preisentwicklung zurück. Was bedeutet diese Kluft für das Leben auf den Inseln?
Laut einem aktuellen Bericht des Cercle d’Economia de Mallorca sind die Immobilienpreise auf den Balearen seit 2007 real um 18% gestiegen, während das Haushaltseinkommen lediglich um 6% zulegte. Im Vergleich zu anderen Teilen Spaniens, wo die Preise inflationsbereinigt noch immer unter dem Niveau der Vorkrisenzeit liegen, stechen die Balearen (und die Kanaren) klar hervor. Fast ein Drittel aller Hauskäufe werden inzwischen von ausländischen Käufern getätigt, was den Preisdruck zusätzlich erhöht.
Hinter den beeindruckenden Wirtschaftsdaten – das Gesamtwachstum seit 2000 beträgt immerhin 44% – verbirgt sich ein strukturelles Problem: Die Bevölkerung wächst mit ähnlicher Geschwindigkeit, was den Wohlstand pro Kopf stagnieren lässt. Auch im Bildungssektor zeigen sich Schwächen, etwa bei der hohen Schulabbrecherquote und dem geringen Anteil an Hochschulabsolventen.
Zwar sind die Balearen in Spanien führend bei Beschäftigungsquote und Arbeitszufriedenheit, doch reicht dies nicht aus, um die Defizite im Pro-Kopf-Einkommen, in der Produktivität und der Ausbildung zu kompensieren. Die Insellage, der Grundstücksmangel und die touristische Nachfrage treiben die Lebenshaltungskosten hoch – ohne dass die lokale Bevölkerung im selben Maße davon profitiert.
Die Studie warnt: Bleibt die Kluft zwischen Wohnkosten und Wohlstand bestehen und wird das Bildungsdefizit nicht angegangen, könnten die Chancen auf nachhaltigen individuellen Fortschritt und hohe Lebensqualität beschränkt bleiben. Somit steht die Inselgruppe vor der Herausforderung, ihren Erfolg besser und gerechter auf ihre Bewohner zu verteilen.
Quelle: Agenturen





