Mit dem Tod von Janosch, bürgerlich Horst Eckert, verliert die Welt der Kinderliteratur einen ihrer poetischsten und mutigsten Erzähler. Der berühmte Autor und Illustrator, der im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa verstarb, hat mit seinen warmherzigen Geschichten und cleveren Illustrationen Generationen geprägt.
Berühmt wurde Janosch vor allem durch Figuren wie Tiger, Bär und die ikonische Tigerente, die Abenteuer, Freundschaft und das Suchen nach dem Glück verkörpern. Klassiker wie „Oh, wie schön ist Panama“ begeistern seit den 1970er-Jahren Kinder und Erwachsene auf der ganzen Welt und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Seine Werke sind mehr als liebevoll illustrierte Geschichten: Sie zeigen eine heitere, anarchische Gegenwelt zu Janoschs eigener, von Armut und Entbehrung geprägten Kindheit im oberschlesischen Polen. Seine Heldinnen und Helden kämpfen stets gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit – stets verschmitzt, menschlich und voller Herz.
Janosch zog sich nach seinem großen Erfolg auf die Kanareninsel Teneriffa zurück, blieb aber als kreativer Geist präsent. Neben Kinderbüchern veröffentlichte er auch Romane und Theaterstücke für Erwachsene, in denen er offen über seine schwierigen Lebensjahre sprach. Besonders sein Roman „Cholonek oder der liebe Gott aus Lehm“ gibt Einblicke in seine Kindheitserfahrungen. Selbst auf gesellschaftskritische Comics und Kolumnen hat Janosch seine Perspektive ausgedehnt und damit auch sein erwachsenes Publikum erobert.
Der Verlust von Janosch hinterlässt eine Lücke, doch seine zeitlosen Figuren und heiteren Botschaften werden weiterleben. Seine Werke erinnern uns daran, dass selbst aus der Dunkelheit Mitgefühl, Fantasie und Mut erwachsen können.
Quelle: Agenturen





