Die spanische Justiz fordert für einen niederländischen Unternehmer auf Mallorca eine Haftstrafe von zwölf Jahren. Er soll der Anführer einer Bande sein, die versuchte, 25 Tonnen mit gefährlichen Aflatoxinen verseuchte Mandeln zu verkaufen. Diese toxischen Schimmelpilzgifte stellen eine erhebliche Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar.
Im Jahr 2023 beschlagnahmten die spanische Steuerbehörde (Agencia Tributaria) und die Guardia Civil eine Lieferung dieser Mandeln im Hafen von Alicante. Die Probe ergab, dass die Aflatoxinwerte bis zu zehnmal über dem erlaubten europäischen Grenzwert lagen. Die Behörden ordneten daraufhin die Vernichtung der gesamten Ladung an. Doch statt der Vernichtung versuchte die Bande durch einen raffinierten Trick, die Kontrolle zu umgehen: Sie ließen die Mandeln angeblich auf Mallorca verbrennen, tauschten in Wirklichkeit die Verpackungen aus und brachten die giftigen Nüsse zurück aufs Festland, um sie illegal zu verkaufen. Der Betrug wurde durch die Zollbehörden aufgedeckt.
Die Staatsanwaltschaft fordert für die vier Verdächtigen insgesamt bis zu 14 Jahre Haft. Neben dem Niederländer sind drei weitere Spanier angeklagt, die unter anderem wegen Verstoßes gegen die öffentliche Gesundheit und Missachtung behördlicher Anordnungen belangt werden. Der Fall zeigt die anhaltenden Herausforderungen durch den Import minderwertiger, gesundheitsschädlicher Produkte, vor denen spanische Landwirte schon lange warnen.
Aflatoxine sind besonders gefährliche natürliche Gifte, die durch Schimmelpilze auf Lebensmitteln wie Nüssen und Trockenfrüchten entstehen können. Eine langfristige Belastung kann schwere Leberschäden und Krebs begünstigen. Die Behörden reagieren deshalb mit strengen Maßnahmen, wie jüngst Rückrufaktionen bei Babymilchpulver und Warnungen vor kontaminierten Süßigkeiten zeigen.
Dieser Fall illustriert auch die zunehmende Zusammenarbeit zwischen spanischer Steuerbehörde und Polizei bei der Bekämpfung von Betrug, der nicht nur den Staatshaushalt, sondern auch die Gesundheit der Verbraucher bedroht.
Quelle: Agenturen





