Die spanische Verkehrsbehörde Dirección General de Tráfico (DGT) hat die Sicherheitsvorschriften für Motorradfahrer deutlich verschärft. Ab sofort sind nur noch Integralhelme und Klapphelme erlaubt, während offene Helme und Jethelme verboten sind. Zudem schreibt die DGT das Tragen von speziellen Motorrad-Handschuhen sowie geschlossenem Schuhwerk vor. Verstöße können mit Geldstrafen von bis zu 200 Euro geahndet werden.
Die neue Regelung betrifft alle Motorrad- und Mopedfahrer in Spanien, egal ob Einheimische oder Touristen. Nur Helme, die den gesamten Kopf und Kinnbereich schützen – also Integralhelme oder Modularhelme – sind noch erlaubt. Klapphelme dürfen während der Fahrt nicht hochgeklappt sein. Die Maßnahme basiert auf Unfallstatistiken, die zeigen, dass 35 Prozent der schweren Verletzungen den Kieferbereich betreffen, der bei offenen Helmen ungeschützt bleibt.
Neben der Helmpflicht sind nun auch Handschuhe vorgeschrieben, die speziell für das Motorradfahren zum Schutz entwickelt wurden. Ebenso müssen Fahrer geschlossenes Schuhwerk tragen, das mindestens den Knöchel bedeckt; Flip-Flops oder leichte Sneaker sind nicht mehr zulässig.
Wer gegen diese Vorschriften verstößt, riskiert eine Geldstrafe von bis zu 200 Euro. Die Strafe bleibt dabei unabhängig von der Anzahl der Verstöße bei einer Kontrolle, es wird also nicht kumuliert. Für die notwendige Ausrüstung sollte man mit mindestens 150 bis 250 Euro rechnen: Ein Integralhelm mit aktueller Zulassung kostet ab etwa 80 Euro, Handschuhe rund 40 Euro, und geeignetes Schuhwerk etwa 50 Euro.
Die Zahl der Motorradfahrer, die mit offenen Helmen bei Unfällen starben, hat sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt. Länder wie Frankreich, die Jethelme bereits verboten haben, konnten schwere Kiefer- und Gesichtsverletzungen deutlich reduzieren. Die DGT reagiert zudem auf das sommerliche Fahrverhalten, da viele Fahrer bei Hitze auf Schutzkleidung verzichten. Anders als Portugal bietet Spanien derzeit keine finanzielle Unterstützung für die Anschaffung der Ausrüstung an.
Diese Maßnahmen signalisieren eine klare Prioritätensetzung: Mehr Schutz für Motorradfahrer durch verbindliche Sicherheitsstandards, um Unfälle mit schweren Verletzungen zu verhindern.
Quelle: Agenturen




