Die Blaue Flagge wird jährlich von der Foundation for Environmental Education (FEE) vergeben. Diese wird in Spanien von der Asociación de Educación Ambiental y del Consumidor (ADEAC) vertreten. Insgesamt zählt Spanien in diesem Jahr 794 Auszeichnungen: 677 für Strände, 111 für Yachthäfen und 6 für Ausflugsboote.
Laut ADEAC ist dies das beste Ergebnis seit Beginn des Programms im Jahr 1987. Spanien mit seiner langen Küstenlinie verfügt über etwa 15 % aller Blauen Flaggen weltweit. Das Programm besteht mittlerweile seit 40 Jahren und ist in 51 Ländern aktiv.
Von den 713 spanischen Stränden, die sich beworben hatten, erhielten 677 die Auszeichnung. Das bedeutet, dass ein sehr großer Teil der angemeldeten Strände die strengen Anforderungen erfüllte. Insgesamt verteilen sich die ausgezeichneten Strände auf 253 Gemeinden.
Die Comunidad Valenciana bleibt mit 152 Stränden mit Blauer Flagge der absolute Spitzenreiter. Darunter befinden sich viele Orte, die bei Niederländern und Belgiern beliebt sind, wie Alicante, Benidorm, Dénia, Jávea/Xàbia, Calpe, Altea, Torrevieja, Orihuela Costa, Guardamar del Segura und Santa Pola.
Allein in der Provinz Alicante sind es 77 Strände. Bekannte Namen auf der Liste sind unter anderem Playa de Levante und Poniente in Benidorm, La Fossa und Arenal-Bol in Calpe, Les Marines und Punta del Raset in Dénia, Granadella und La Grava in Xàbia, El Cura und La Mata in Torrevieja sowie La Zenia, Campoamor und Cabo Roig an der Orihuela Costa.
Auch Katalonien ist mit 101 Stränden stark vertreten. In der Provinz Barcelona wurden unter anderem Strände in Barcelona-Stadt, Castelldefels, Sitges und Vilanova i la Geltrú ausgezeichnet. An der Costa Brava stehen bekannte Badeorte wie Blanes, Platja d’Aro, Lloret de Mar, Palafrugell, Palamós, Sant Feliu de Guíxols und Tossa de Mar auf der Liste. In Tarragona sind unter anderem Cambrils, Calafell, Torredembarra, Tarragona, L’Ametlla de Mar und La Ràpita vertreten.
Andalusien zählt 143 Strände mit Blauer Flagge. An der Costa del Sol und Umgebung sticht die Provinz Málaga mit 45 ausgezeichneten Stränden hervor. Dazu gehören beliebte Orte wie Fuengirola, Benalmádena, Málaga-Stadt, Marbella, Mijas, Nerja, Torremolinos, Torrox und Vélez-Málaga.
Auch die Provinz Cádiz bleibt für Strandliebhaber attraktiv.
La Barrosa in Chiclana, Zahara de los Atunes, Valdelagrana, La Victoria in Cádiz, El Palmar in Vejer sowie verschiedene Strände in Rota und San Roque erhielten erneut die Auszeichnung. Für diejenigen, die häufiger an die Atlantikküste Andalusiens reisen, bestätigt die Blaue Flagge vor allem, dass auch dort viele Strände den hohen Anforderungen an Wasserqualität und Ausstattung genügen.
Auf den Balearen erhielten 33 Strände eine Blaue Flagge. Mallorca zählt 22, Ibiza 7 und Menorca 4. Auf Mallorca stehen unter anderem Alcúdia, Sant Elm, Cala Marçal, Muro, Cala Estància, Cala Major, Formentor, Cala Millor, Sa Coma, Can Picafort und S’Amarador auf der Liste. Ibiza hat unter anderem Cala Benirràs, Cala Sant Vicent, Es Canar und Es Figueral. Auf Menorca wurden Son Bou, Cala en Porter, Binibeca Nou und Punta Prima ausgezeichnet.
Die Kanarischen Inseln kommen auf 52 Strände, fünf mehr als im Vorjahr. Vor allem Fuerteventura, Gran Canaria und Teneriffa sind für niederländische und belgische Besucher bekannt. Auf Fuerteventura gehören dazu unter anderem Grandes Playas, Costa Calma, Morro Jable und Corralejo Viejo. Gran Canaria zählt bekannte Strände wie Playa del Inglés, Maspalomas, Meloneras, San Agustín und Las Burras, das dieses Jahr neu auf der Liste steht. Auf Teneriffa behalten unter anderem El Duque, Torviscas, Las Vistas und Playa San Juan ihre Blaue Flagge.
Auch die Region Murcia, beliebt bei Überwinterern und Hausbesitzern, schneidet gut ab. Die Costa Cálida zählt 33 Strände mit Blauer Flagge und 41 Auszeichnungen, wenn man die Yachthäfen mitzählt. Águilas und Cartagena stechen besonders hervor, mit Stränden wie La Carolina, El Hornillo, La Higuerica, La Azohía-El Cuartel und verschiedenen Stränden rund um das Mar Menor und das Mittelmeer.
Für Murcia ist vor allem der Anstieg wichtig: Die Region gewinnt an Boden und bekräftigt ihren Anspruch, sich stärker als nachhaltiges Reiseziel an der Küste zu profilieren.
In ganz Spanien erhalten 2026 14 Strände zum ersten Mal eine Blaue Flagge. Einige bemerkenswerte Neuzugänge liegen in Gebieten, die auch bei ausländischen Besuchern bekannt sind, wie Puerto Blanco und Racó in Calpe, L’Advocat in Benissa, Cala Lanuza in El Campello und Las Burras auf Gran Canaria.
Gleichzeitig gibt es Orte, die bereits seit Beginn des Programms ununterbrochen ausgezeichnet werden. Beispiele hierfür sind El Carregador in Alcalà de Xivert, Sant Joan in Alicante und La Fossa in Calpe sowie der Yachthafen Club Náutico de Altea.
Die meisten Blauen Flaggen für Strände gibt es in der Comunidad Valenciana mit 152 Stränden. Es folgen Andalusien (143), Galicien (118) und Katalonien (101). Auch die Kanarischen Inseln (52), die Balearen und Murcia (beide 33) leisten einen erheblichen Beitrag.
Auf lokaler Ebene sticht vor allem Sanxenxo in Galicien mit 21 ausgezeichneten Stränden hervor. Auch Städte wie Vigo, Águilas und Cartagena schneiden gut ab. Galicien ist für Niederländer und Belgier weniger naheliegend als Sonnenziel, bleibt aber innerhalb Spaniens ein Schwergewicht in Sachen Strandqualität.
Besondere Anerkennung für Barrierefreiheit, Sicherheit und Sonnenschutz
Neben der regulären Blauen Flagge vergibt ADEAC in Spanien auch besondere Auszeichnungen an Gemeinden, die sich besonders hervorheben. Diese beziehen sich auf Aspekte, die für Strandbesucher in der Praxis einen großen Unterschied machen: Umwelterziehung, Rettungsdienste, Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderung und seit diesem Jahr auch Schutz vor Hitze- und Sonnenrisiken.
Für Umweltbildung wurden Arucas auf Gran Canaria, Los Realejos auf Teneriffa und Santa Pola in Alicante ausgezeichnet. Im Bereich Rettungsdienste erhielten Chiclana de la Frontera, Gandía und Muro eine besondere Auszeichnung. Alcúdia, Fuengirola und Torremolinos zeichneten sich durch ihr Engagement für Barrierefreiheit und ihre Aufmerksamkeit für Menschen mit Behinderung aus.
Neu ist die Auszeichnung „Soludable“, die auf die Prävention von Risiken durch hohe Temperaturen und Sonneneinstrahlung abzielt. Diese ging an Chiclana de la Frontera, Fuengirola und Mijas. Das ist relevant in einem Land, in dem sommerliche Hitzewellen immer stärker zum Bestandteil der Tourismussaison werden.
In der Praxis geht es um Maßnahmen wie zusätzliche Schattenbereiche und Pergolen, deutliche UV- und Hitzewarnungen auf Schildern und in Apps, kostenlose Trinkwasserstellen, angepasste Stranddienste zu Spitzenzeiten und Kampagnen, um Besucher auf die Risiken der Sonne hinzuweisen. Das ist relevant in einem Land, in dem Hitzewellen immer stärker zum Bestandteil der Tourismussaison werden.
Eine Blaue Flagge ist keine Garantie für Ruhe, Natur oder Charme. Belebte Stadtstrände und Touristenstrände können die Auszeichnung genauso gut erhalten wie kleinere Buchten. Die Flagge sagt vor allem etwas über messbare Qualität aus: Badewasser, Sicherheit, Abfallentsorgung, Informationsangebot, Toiletten, Rettungsdienste und Barrierefreiheit.
Damit ist die Auszeichnung vor allem für Reisende praktisch. Wer mit Kindern reist, in seiner Mobilität eingeschränkt ist oder Wert auf Aufsicht und Einrichtungen legt, findet in der Blauen Flagge einen nützlichen Anhaltspunkt. Wer hingegen unberührte Natur sucht, muss neben der Flagge auch auf Lage, Beliebtheit und Art des Strandes achten.
Nicht jeder Strand, der sich bewirbt, erhält automatisch eine Blaue Flagge. Der wichtigste Grund für eine Ablehnung ist, dass das Badewasser nicht die höchste Bewertung erreicht. Für die Auszeichnung muss die Wasserqualität als „ausgezeichnet“ bewertet worden sein; ein Strand mit nur einer guten oder wechselhaften Bewertung kommt also nicht in Frage.
Darüber hinaus prüft die ADEAC die Verwaltung des Strandes. Verstöße gegen das spanische Küstengesetz können schwer wiegen, beispielsweise wenn ein Strand mit Einrichtungen überbaut ist, wenn Anlagen ohne Genehmigung stehen oder wenn der öffentliche Raum unzureichend geschützt wird. Auch mangelhafte Informationen, unzureichende Reinigung, mangelnde Sicherheit oder Probleme mit der Barrierefreiheit können eine Rolle spielen.
Der Bericht nennt diese Ursachen vor allem in allgemeiner Form. Er enthält keine öffentliche Liste, in der für jeden nicht ausgezeichneten Strand genau aufgeführt ist, warum die Flagge nicht verliehen wurde oder verloren ging.
Die wachsende Zahl der Blauen Flaggen zeigt, dass viele Gemeinden weiterhin in Qualität, Sicherheit und Umweltschutz investieren. Für Anwohner, Zweitwohnungsbesitzer und Touristen ist das kein Nebenschauplatz: Der Zustand der Strände bestimmt maßgeblich die Lebensqualität und Attraktivität der spanischen Küste.
Quelle: Agenturen



