Innovatives Dachmaterial aus Spanien senkt Temperaturen

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Forscher nahe Madrid haben eine bahnbrechende Beschichtung entwickelt, die Dächer um bis zu 12,9 Grad Celsius kühlt, ganz ohne Stromanschluss oder Ventilatoren. Dieses Material könnte den Energiebedarf für Klimaanlagen in heißen Regionen wie Spanien drastisch reduzieren.

Das Team des Instituto de Micro y Nanotecnología (IMN-CNM) testete die Beschichtung im Sommer unter realen Bedingungen auf einem Dach. Bei intensiver Sonneneinstrahlung von bis zu 962 Watt pro Quadratmeter blieb die behandelte Dachfläche erheblich kühler als eine unbehandelte Vergleichsfläche. Das Geheimnis liegt in einem Kunststoff namens Polyvinylidendifluorid (PVDF), der Wärme durch Infrarotstrahlung besonders effektiv abgibt.

Eine spezielle Technik presst diesen Kunststoff in mikroskopisch kleine Poren aus eloxiertem Aluminiumoxid, wodurch ein dreidimensionales Netzwerk entsteht. Diese Nanostruktur ist so gestaltet, dass sie viel Sonnenlicht reflektiert und gleichzeitig Wärme ins Weltall abstrahlt – eine Form der passiven Strahlungskühlung. Dabei werden rund 82,4 Prozent der Sonnenstrahlung reflektiert und 96,7 Prozent der eigenen Wärme an die Atmosphäre abgegeben.

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Diese passive Kühlung funktioniert ohne Energieverbrauch, da Infrarotstrahlung im Spektrum zwischen 8 und 13 Mikrometern direkt durch die Atmosphäre ins All entweicht. Besonders relevant ist diese Technologie angesichts der immer häufiger auftretenden Hitzewellen in Spanien, die dieses Jahr schon Temperaturen von bis zu 45 Grad Celsius brachten und zahlreiche Todesopfer forderten.

Obwohl die Beschichtung noch nicht serienreif ist und weitere Tests zur Langlebigkeit unter realen Wetterbedingungen ausstehen, bietet sie großes Potenzial. Die Herstellung ist kostengünstig und könnte sich in bestehende industrielle Prozesse integrieren lassen. Langfristig könnten Dächer, Fassaden und sogar Fahrzeuge von dieser nachhaltigen Kühltechnik profitieren, indem sie die Abhängigkeit von energieintensiven Klimaanlagen reduzieren.

Für Immobilienbesitzer in heißen Klimazonen verspricht diese Entwicklung eine energieeffiziente und umweltfreundliche Alternative, die dem steigenden Bedarf an Kühlung ohne zusätzliche Stromlast gerecht wird. Die Zukunft könnte also kühl, sauber und vor allem stromsparend sein.

Quelle: Agenturen