Armes Spanien – Reiches Spanien: Und selbst?

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In Pozuelo de Alarcón, einem reichen Vorort Madrids, liegt das durchschnittliche Jahreseinkommen bei 77.451 Euro, während es in El Ejido in der Provinz Almería nur 14.253 Euro beträgt. Diese Kluft wächst laut aktuellen Einkommenszahlen spanischer Gemeinden.

Das Forschungsinstitut Fedea veröffentlichte kürzlich den Bericht zum persönlichen Einkommen in spanischen Gemeinden, basierend auf Steuererklärungen für 2023. Darin wird aufgezeigt, dass das Durchschnittseinkommen pro Steuererklärung leicht auf 25.308 Euro gestiegen ist, während das Pro-Kopf-Einkommen deutlicher auf 13.569 Euro anwuchs. Im Vergleich zum beschleunigten Wirtschaftswachstum nach der Pandemie verläuft dieses Wachstum langsamer.

Seit 2019 sind die Einkommen pro Steuererklärung und pro Kopf erheblich gestiegen. Gleichzeitig nahm jedoch die Ungleichheit zu. Der durchschnittliche Gini-Index, der die Einkommensungleichheit misst, stieg von 0,5058 auf 0,5167.

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In Gemeinden mit über 50.000 Einwohnern nahm die Ungleichheit in 90 Städten zu und sank in 55, wobei der Durchschnitt noch knapp unter dem Niveau von 2019 bleibt. Madrid und Barcelona stehen an der Spitze der Einkommensrangliste unter den Großstädten mit Durchschnittseinkommen von 36.079 bzw. 35.503 Euro pro Steuererklärung. Neun der zehn größten spanischen Städte verzeichneten Zuwächse, wobei Las Palmas de Gran Canaria am meisten zulegte. Sevilla hob sich mit einem leichten Rückgang ab.

Pozuelo de Alarcón führt weiterhin die Liste der wohlhabendsten Gemeinden mit einem Durchschnittseinkommen von 77.451 Euro pro Steuererklärung an, gefolgt von Boadilla del Monte und Sant Cugat del Vallès. Am unteren Ende befinden sich El Ejido, Sanlúcar de Barrameda und Elda. Auffällig ist, dass hohe Einkommen oft mit ungleicher Verteilung einhergehen; Pozuelo verzeichnet einen Gini-Index von 0,6760 und somit die höchste Ungleichheit unter den analysierten Gemeinden.

Zwischen 2022 und 2023 wuchs das Einkommen am schnellsten in San Bartolomé de Tirajana (Gran Canaria), gefolgt von Sant Cugat del Vallès und Vilanova i la Geltrú. Zu den stärksten Rückgängen kam es hingegen in Torrelavega, Calvià und San Vicente del Raspeig.

Betrachtet man den Zeitraum seit 2019, sind Marbella, Estepona und Eivissa die Spitzenreiter bei Einkommenssteigerungen. Alcobendas erlebte als eine der wenigen Gemeinden einen Rückgang und in Castelldefels blieb der Wert nahezu unverändert.

Wer in Spanien lebt oder einen Umzug dorthin erwägt, sollte über das regionale Durchschnittseinkommen hinausblicken. Diese Zahl gibt wenig Aufschluss über die Lebenshaltungskosten oder die Verteilung des Reichtums – ein Faktor, der vor allem in Regionen mit hohem Gini-Index bedeutend ist. Die andauernde Wohnungskrise trifft dabei insbesondere Haushalte in einkommensschwachen Gemeinden hart, da Miet- und Kaufpreise dort weiterhin fast genauso stark steigen wie in den wohlhabenden Gebieten um Madrid und Barcelona.

Quelle: Agenturen