Mehr als 52.000 Ladestationen in Spanien

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Seit dem 1. September 2026 verfügt Spanien über 52.746 öffentliche Ladestationen für Elektroautos, was einem Zuwachs von 5,5 Prozent gegenüber Ende 2025 entspricht. Auffällig ist vor allem der starke Anstieg bei den Schnellladestationen, während die Gesamtzahl der Ladestationen im August leicht zurückging. Dieser Rückgang liegt jedoch nicht an geringeren Investitionen, sondern an einer gründlichen Bereinigung des Netzes.

Hinter diesen Zahlen steht AEDIVE, der spanische Verband zur Förderung der Elektromobilität. Sie sammeln die Daten bei allen Betreibern des Landes. Vor einiger Zeit überschritt das Netzwerk erstmals die Marke von 56.000 Ladestationen, sodass der aktuelle Stand zunächst wie ein Rückschritt erscheint. Das ist allerdings nicht der Fall, denn der Verband berücksichtigt in erster Linie die tatsächliche Leistung, die eine Ladestation erbringen kann.

Spanien hat seit Jahren mit einem ungleich verteilten Ladenetz zu kämpfen. Langsame Ladestationen in ländlichen Gebieten nützen wenig, wenn man auf der Autobahn mit leerer Batterie steht. Vier Regionen – Katalonien, Madrid, Andalusien und Valencia – vereinen fast 60 Prozent aller Ladestationen. Für Bewohner außerhalb dieser Gebiete bleibt das Netzwerk oft rätselhaft. Im internationalen Vergleich bleibt Spanien hinter Ländern zurück, die über ein dichteres Netz verfügen.

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Die Bereinigung der Daten führte zu einem Rückgang von fast 57.000 Stationen im Juli auf 52.746 im August. AEDIVE korrigierte falsche Betreiberzuordnungen, insbesondere bei Wechselstrom-Ladestationen, und entfernte doppelte Eintragungen sowie veraltete Stationen, die den aktuellen Anforderungen nicht mehr entsprachen. Es gibt also weniger Unklarheiten in den Zahlen, aber nicht weniger Lademöglichkeiten.

Der eigentliche Fortschritt liegt bei den hohen Leistungen. Stationen mit mehr als 350 kW verzeichneten ein Wachstum von 10 Prozent in diesem Jahr, jene zwischen 150 und 350 kW wuchsen um 22,5 Prozent und die Schnelllader zwischen 50 und 150 kW stiegen um 7,5 Prozent. Dieses Wachstum fällt mit der neuen Auto+-Förderung zusammen, die Elektroautos um bis zu 5.500 Euro günstiger macht und somit die Nachfrage nach Schnellladestationen erhöht.

Arturo Pérez de Lucia, Geschäftsführer von AEDIVE, betont, dass die Anzahl der Ladestationen allein nicht ausreicht, um die tatsächliche Kapazität eines Netzes zu messen. Langsame und schnelle Lader werden in Statistiken gleich gewichtet, obwohl sie einen unterschiedlichen Ladekomfort bieten. Dieser Trend zeigt sich deutlich: Der Absatz von Elektroautos wächst in Spanien doppelt so schnell wie im europäischen Durchschnitt.

Was bedeutet die neue Zählmethode für die Statistiken? Künftig zählt AEDIVE nur noch aktive Standorte zum Zeitpunkt der Messung – eine Art Momentaufnahme. Dadurch kann die Gesamtzahl aufgrund von Wartungen oder Klassenwechseln sowohl steigen als auch fallen. Diese Methode stimmt mit der europäischen AFIR-Verordnung und den Daten der Beobachtungsstelle EAFO überein. Weiterhin arbeitet AEDIVE mit Red Eléctrica an der nationalen REVE-Karte, berichtet das Nachrichtenmedium IndustriAmbiente.

Quelle: Agenturen