Inflation in Spanien erreicht 4,3 Prozent

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Im August kletterte die Inflationsrate in Spanien auf 4,3 Prozent und markierte damit den höchsten Wert seit über drei Jahren. Am stärksten stiegen die Kosten für Diesel und Benzin – ersterer um 30 Prozent, letzterer um fast 17 Prozent. Vor allem die Sektoren Verkehr und Wohnen sorgten für den kräftigen Preissprung.

Das spanische Statistikamt, das Instituto Nacional de Estadística (INE), hat am Dienstag (15.09.2026) die endgültigen Zahlen für August bestätigt. Bereits Ende des Monats hatten die vorläufigen Daten auf diesen Anstieg hingewiesen, der besonders durch den Anstieg der Kraftstoffpreise von 21,3 Prozent im Jahresvergleich ausgelöst wurde. Inflationswerte dieser Höhenlage waren letztmals im Februar 2023 zu verzeichnen.

Zum Preisanstieg trägt eine Mischung aus internationalen geopolitischen Faktoren und nationaler Steuerpolitik bei. Internationale Ölpreissteigerungen durch Spannungen in der Straße von Hormus und den Iran-Konflikt sowie der schrittweise Abbau von staatlichen Unterstützungspaketen in Spanien verstärkten den Kostendruck an der Zapfsäule.

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Besonders der Bereich Verkehr trug mit einem jährlichen Plus von über drei Prozent bis auf 9,5 Prozent erheblich zur Inflation bei. Ein Rabatt von zehn Cent pro Liter auf die Kohlenwasserstoffsteuer lief im August noch, Teil eines Notfallplans der Regierung zur Energiekrisenbewältigung. Dieser Plan enthält eine Schutzklausel, die bei Preisanstiegen von über 15 Prozent im Monat automatisch den Rabatt erhöht. Dies war bei Diesel im Juli der Fall, wodurch der Rabatt ab September auf zwanzig Cent verdoppelt wurde. Doch selbst mit diesem zusätzlichen Rabatt blieb Diesel teuer. Ohne diese Maßnahme wäre der Preisanstieg noch drastischer ausgefallen. Für Benzin fiel der Rabatt wegen Nichterreichens der Schwelle auf fünf Cent pro Liter im September zurück.

Carlos Cuerpo, stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister, versicherte laut Berichten von Infobae, dass die Regierung trotz dieser Preisdrucks die Verbraucher weiterhin unterstützen möchte.

Erhebliche Beiträge zur Teuerung leisteten auch die Wohnkosten, insbesondere durch gestiegene Strompreise sowie leicht erhöhte Gaspreise. Lebensmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich um zwei Prozent; Obst und Nüsse stiegen preismäßig weniger stark als im Vorjahr.

Einige Lebensmittel verzeichneten zweistellige Preiszuwächse: Frische Beeren um 36 Prozent, Zitrusfrüchte um 17 Prozent, Hülsenfrüchte um 16 Prozent und Eier um 12,5 Prozent. Auch bei Rindfleisch und frischem Fisch gab es nennenswerte Preissteigerungen.

Nicht alle Reise- und Transportkosten waren von der Aufwärtsbewegung betroffen: Inlandsflugtickets wurden um 16,5 Prozent günstiger, internationale Flüge um 15 Prozent und Zugfahrkarten um fast zehn Prozent; ein Effekt des auslaufenden Sommergeschäfts. Der Anstieg der Besucherzahlen in Einkaufszentren trotz hoher Preise unterstreicht diesen Trend. Die Kerninflation, bereinigt um Energie und unverarbeitete Lebensmittel, sank leicht auf drei Prozent – deutlich unter dem Gesamtwert von 4,3 Prozent. Dies verdeutlicht, dass vor allem Energie- und Kraftstoffpreise stark betroffen sind, während der übrige Teil der Wirtschaft stabiler blieb.

Quelle: Agenturen