Ab November 2026 wird auf Mallorca ein Pfandsystem für Einwegplastikflaschen, Getränkedosen und bestimmte Getränkekartons eingeführt. Ziel ist es, die Müllberge zu reduzieren und die Recyclingquoten zu erhöhen.
Doch wie wird sich das System in der Praxis bewähren, insbesondere angesichts der besonderen Herausforderungen der Insel? Eine kritische Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken.
Das neue Pfandsystem, das auf dem Gesetz 7/2022 und dem königlichen Dekret 1055/2022 basiert, sieht eine Pfandgebühr von mindestens zehn Cent pro Verpackung vor. Beim Kauf wird dieser Betrag aufgeschlagen, und bei Rückgabe der leeren Verpackung wird er erstattet. Dieses System soll Anreize schaffen, Verpackungen nicht einfach wegzuwerfen, sondern dem Recycling zuzuführen.
Allerdings birgt die Umsetzung auf Mallorca einige Schwierigkeiten. Die Insel ist geprägt von vielen kleinen Dorfläden, engen Gassen in Palma und einem lebhaften Tourismusbetrieb. Während große Supermärkte problemlos Reverse-Vending-Automaten installieren können, stellt sich die Frage, wie kleine Geschäfte in Sóller, Kioske an der Playa de Palma oder die Gastronomie mit dem System umgehen sollen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kostenverteilung. Hersteller, Handel und Verbraucher tragen das Pfand gemeinsam. Für kleine Händler könnten jedoch der Aufwand und der Platzbedarf für Rücknahmeautomaten eine erhebliche Belastung darstellen. Es besteht die Gefahr, dass eine Zweiklassengesellschaft entsteht: große Supermarktketten mit modernen Rückgabestationen und kleine Läden, die nur eingeschränkt teilnehmen können oder aufwändige manuelle Lösungen finden müssen.
In der öffentlichen Diskussion werden oft die Recyclingquoten betont, während die praktische Umsetzung vor Ort weniger Beachtung findet. Konkrete Pläne für die flächendeckende Aufstellung von Rückgabestellen außerhalb großer Märkte, klare Regeln für Gastronomie, Strandverkäufer und Festivals sowie Lösungen für die Reinigung und Logistik sind jedoch entscheidend für den Erfolg des Pfandsystems. Es bleibt abzuwarten, ob Mallorca diese Herausforderungen meistern und das Pfandsystem effektiv zur Reduzierung der Müllberge beitragen kann.
Quelle: Agenturen





