Der Stadtrat von Alcúdia auf Mallorca hat einstimmig beschlossen, das Ministerium für ökologischen Wandel und demografische Herausforderungen (MITECO) aufzufordern, die marine bionomische Kartografie für das Projekt PENBAL-2 zu aktualisieren.
Dieses Projekt umfasst die Verlegung eines zweiten Stromverbundkabels zwischen dem spanischen Festland und den Balearen. Die Initiative erhielt breite Unterstützung aller Fraktionen im Stadtrat, sowohl der Regierungskoalition als auch der Opposition.
Im Kern fordert der Antrag, dass das Ministerium von Red Eléctrica de España (REE), dem Projektträger, verlangt, eine neue, auf aktuellen Felduntersuchungen basierende Meereskartografie mit höherer Auflösung zu erstellen. Dies betrifft insbesondere die möglichen Kabelanlandungen in den Buchten von Alcúdia und Pollença. Der Stadtrat erinnert daran, dass eine bereits im Juli 2025 vereinbarte Trassenführung aktuell in Bearbeitung ist, diese jedoch bei Anwohnern, die sich in der Plattform ANACA organisiert haben, auf starken Widerstand stößt.
Der Stadtrat verlangt, dass die aktualisierten Daten in die Umweltverträglichkeitsprüfung einfließen, bevor eine endgültige Entscheidung über die Trassenführung getroffen wird. Dabei wird empfohlen, den Zeitplan des Projekts anzupassen und keine endgültige Entscheidung vor der Überprüfung der Kartografie zu fällen – ein Vorgehen, das dem Vorsorgeprinzip entspricht.
Darüber hinaus soll geprüft werden, ob Alternativen zur Reduzierung ökologischer und sozialer Auswirkungen möglich sind, etwa die Nutzung bestehender Leitungen des Kraftwerks Es Murterar. Diese Optionen wurden von REE bisher als technisch nicht machbar oder aufgrund europäischer Schutzvorschriften für die Posidonia-Seegraswiesen abgelehnt.
Die Forderungen basieren auf einem Bericht des Centre Balear de Biologia Aplicada (CBBA) aus Januar, der die verwendete Meereskartografie als veraltet bezeichnet – sie ist fast sechs Jahre alt, obwohl MITECO eine maximale Verwendungsdauer von zwei Jahren empfiehlt. Der Bericht weist zudem auf Fehler in der Klassifikation von Meeresgebieten hin, die ökologische Argumente der Trassenführung infrage stellen. Außerdem wird kritisiert, dass der Schutz der Meeresumwelt gegenüber Land- und Gesundheitsaspekten überbewertet wurde und technische Ausschlussgründe für die Nutzung von Es Murterar-Leitungen fragwürdig sind.
Während alle Fraktionen für die neue Kartografie stimmen, lehnte die regierende PP einen Antrag ab, der ein Treffen mit der Präsidentin der Regionalregierung zur gemeinsamen Beratung vorsah. Die Nachbarschaftsplattform ANACA bezeichnet diese Haltung als widersprüchlich und weist darauf hin, dass schon mehrfach um ein Treffen gebeten wurde, ohne Antwort.
ANACA begrüßt die Einstimmigkeit im Stadtrat, beklagt jedoch fehlende Fortschritte seit dem Beschluss im April, das MITECO zu kontaktieren. Die Plattform kündigt an, die Umsetzung der Gemeinderatsbeschlüsse zum Projekt PENBAL-2 weiterhin öffentlich zu überwachen.
Quelle: Agenturen



