Aura-Farming: Charisma-Duelle unter spanischen Teenagern

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In mehreren spanischen Städten wie Madrid, Barcelona und A Coruña hat sich ein ungewöhnliches Jugendphänomen entwickelt, das unter dem Namen „Aura-Farming“ bekannt ist. Dabei treten Teenager in öffentlichen Duellen gegeneinander an, um mit Posen, Tanzbewegungen und Meme-Gesten zu zeigen, wer die größte „Aura“ besitzt – also wer am meisten Ausstrahlung und Charisma hat.

Der Begriff „Aura farmen“ setzt sich aus der Gaming-Welt und sozialen Medien zusammen: „Farmear“ bedeutet, etwas wiederholt zu sammeln oder zu ernten, während „Aura“ für die persönliche Ausstrahlung auf Plattformen wie TikTok und Instagram steht. In den Duellen treten jeweils zwei Teilnehmer gegeneinander an und zeigen ikonische Posen wie den „Six-Seven“ aus der Rap-Kultur, die „Sigma-Pose“ für Selbstbewusstsein oder den „Aura Walk“, einen Gang mit besonderer Wirkung. Das Publikum entscheidet durch Jubel, wer gewinnt.

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Das Konzept stammt ursprünglich aus Lateinamerika, hat aber in Spanien schnell Hunderte von Jugendlichen mobilisiert. Ein erstes großes Turnier in Madrid mit 32 Teilnehmern und einer Jury sorgte für viel Aufmerksamkeit und zeigte, wie sehr Jugendliche nach solchen echten Begegnungen im öffentlichen Raum suchen. Experten sehen darin eine Form sozialer Ritualisierung, die gerade für eine Generation, die viel Zeit online verbringt, wertvolle Offline-Momente schafft.

Während das Spiel körperlich harmlos ist, gibt es unterschiedliche Meinungen zu seiner gesellschaftlichen Relevanz. Einige Behörden in Mittelamerika haben es verboten, doch Psychologen und Soziologen betonen den positiven Wert für soziale Interaktion und die Suche nach Anerkennung. Insgesamt spiegelt „Aura-Farming“ den Wunsch junger Menschen wider, sich authentisch und kreativ in der realen Welt zu zeigen – fernab der digitalen Filterblasen.

Quelle: Agenturen