Laut einer aktuellen Studie haben Auswanderer, die nach Spanien ziehen, ein überdurchschnittlich hohes Risiko, Opfer von Betrug zu werden. Spanien rangiert auf dem zweiten Platz in der Liste der globalen Betrugs-Hotspots. Der “Global Fraud Hotspots Report” zeigt, wie sich registrierte Betrugsfälle, Cyberkriminalität, Identitätsdiebstahl und finanzielle Verluste aus verschiedenen Ländern weltweit vergleichen.
Spanien verzeichnet 1.079,66 gemeldete Betrugsfälle pro 100.000 Einwohner. Einzig Finnland hat mit 1.263,65 Fällen eine höhere Rate. Der Bericht wurde vom Versicherer William Russell erstellt, der sich auf internationale Krankenversicherungen für Expats spezialisiert hat.
Besonders relevant ist das für Spanien, denn das Land bleibt eines der bevorzugten Ziele für Expats. Im Jahr 2024 zogen über 626.000 Menschen aus dem Ausland nach Spanien, berichtet dieselbe Quelle.
Nicht nur bei allgemeinem Betrug schneidet Spanien schlecht ab, auch bei der Cyberkriminalität liegt das Land mit 861,71 registrierten Cyberbetrugsfällen pro 100.000 Einwohner weltweit auf dem zweiten Platz, direkt hinter Singapur. Dort ist die Rate mit 905,24 Fällen am höchsten.
Diese Zahlen bedeuten jedoch nicht zwangsläufig, dass Spanien ein Zufluchtsort für Cyberkriminelle ist. Im World Cybercrime Index steht Spanien nur auf Platz 51. Dieser Index bewertet ein Land danach, wie häufig es als Ausgangspunkt für Täter dient. Forscher betonen, dass eine hohe Anzahl registrierter Betrugsfälle nicht unbedingt mit einer hohen Täterzahl gleichzusetzen ist; es könnte auch darauf hinweisen, dass Opfer in Spanien häufiger Anzeige erstatten.
Menschen, die im Ausland leben, sind laut Russell ohnehin einem höheren Betrugsrisiko ausgesetzt. Dies liegt daran, dass sie mit den gängigen Systemen nicht vertraut sind. Wenn man beispielsweise ein Bankkonto eröffnet oder eine Wohnung mietet, läuft dies anders ab als gewohnt. Ohne ausreichendes Wissen über legitime Abläufe erkennt man Betrugsversuche schwerer.
Russell warnt davor, ein Land mit einem sicheren Ruf automatisch als betrugsarm anzusehen. Höhere Zahlen könnten auf eine bessere Aufdeckung und größere Anzeigebereitschaft hinweisen, was aber nicht bedeutet, dass die zugrunde liegenden Risiken geringer wären.
Neben Spanien gibt es andere beliebte Auswanderungsländer mit hohem Betrugsrisiko. Deutschland ist weltweit auf Platz vier mit 882,76 gemeldeten Betrugsfällen pro 100.000 Einwohner. Österreich folgt auf Platz fünf mit 876,05 Fällen, und Italien liegt mit 728,08 Fällen auf Platz sieben vor vielen anderen europäischen Zielen.
Im Vergleich zu Spanien haben Frankreich und Kanada eine relativ niedrige allgemeine Betrugsquote mit 520,74 bzw. 517 Fällen pro 100.000 Einwohner. Allerdings fällt Frankreich durch eine im Verhältnis hohe Cyberbetrugsquote von 303,58 pro 100.000 Einwohner auf.
Quelle: Agenturen



