Die Empfehlung der Europäischen Zentralbank (EZB) und Finanzexperten, 70 bis 100 Euro Bargeld pro Person für Notfälle bereitzuhalten, wirft angesichts der zunehmenden Digitalisierung die Frage nach ihrer Relevanz auf. Der Stromausfall in Spanien im April 2025 hat jedoch gezeigt, wie anfällig digitale Zahlungssysteme sein können.
Laut einer Studie der EZB bleibt Bargeld in Krisenzeiten ein wichtiges Sicherheitsnetz, da es unabhängig von Strom, Internet oder Banking-Apps funktioniert.
Während des Stromausfalls sanken Kartenzahlungen in Spanien um 42 Prozent, der Online-Handel sogar um 54 Prozent, was zu einem geschätzten wirtschaftlichen Schaden von 400 Millionen bis 1,6 Milliarden Euro führte.
Die EZB empfiehlt daher, genügend Bargeld für grundlegende Bedürfnisse wie Lebensmittel, Wasser, Medikamente oder Transport für etwa 72 Stunden vorzuhalten. Diese Empfehlung orientiert sich an den bereits bestehenden Richtlinien in Ländern wie den Niederlanden, Österreich und Finnland.
In Spanien, wo die Schließung von Bankfilialen in ländlichen Gebieten ein Problem darstellt, gewinnt Bargeld zusätzlich an Bedeutung.
Die Erfahrung in Spanien lehrt, dass die Bequemlichkeit digitaler Zahlungen nur so lange anhält, wie die Infrastruktur funktioniert. Ein aufgeladenes Handy nützt nichts, wenn das Zahlungsterminal aufgrund eines Stromausfalls nicht funktioniert. Daher ist die Empfehlung, Bargeld für Notfälle bereitzuhalten, auch im digitalen Zeitalter durchaus sinnvoll.
Quelle: Agenturen




