Bisons sollen vor Waldbrandgefahr schützen

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In El Recuenco, einem kleinen Dorf in Guadalajara mit kaum achtzig Einwohnern, hat sich seit Januar eine ungewöhnliche Feuerwehrbrigade im Gemeindewald niedergelassen. Neun Europäische Bisons sollen das Unterholz kurz halten, die Landschaft revitalisieren und möglicherweise neues Leben in ein Dorf bringen, das langsam dem Untergang geweiht ist. Ihr Einsatzort ist ein 400 Hektar großes Areal. Die Tiere wurden mit GPS-Sendern ausgestattet um ihr Verhalten zu beobachten.

Das Projekt wird von Rewilding Spain geleitet. Forscher der Universität des Baskenlandes, der Universität Manchester und der Universität Aarhus untersuchen, ob sich der Europäische Bison an mediterrane Bergregionen anpassen kann. Bürgermeister Enrique Collada erhofft sich durch die Tiere eine Unterstützung, die sich das Dorf nicht mehr leisten kann.

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Kleine Gemeinden besitzen oft viel Land, aber kaum finanzielle Mittel oder Personal. Vielfach geht es um verlassene Felder, alte Viehwege und Dörfer ohne Nachfolger. Der Bison erfüllt also keine romantische Vorstellung, sondern er erledigt Arbeit, die die Menschen nicht mehr machen.

Allerdings ist der Plan nicht unumstritten. Kritiker bemängeln, dass der Europäische Bison nachweislich nie auf der Iberischen Halbinsel gelebt hat. Befürworter verweisen hingegen auf das Verhalten großer Weidetiere: Sie schaffen Lichtungen, verbreiten Samen und durchbrechen eintönige Vegetation. In El Recuenco zählt jedes Zeichen von Aktivität. Wenn die Tiere die Brandgefahr verringern und Besucher anziehen, kann das für ein Dorf mit achtzig Einwohnern bereits einen Unterschied machen.

Quelle: Agenturen