“Ceuta-Papers”: Spanischer Geheimdienst warnte vor Migrantenansturm?

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Die spanische Regierung hat überraschend vierzig geheime Dokumente zur Migrationskrise am 30. Juli in Ceuta veröffentlicht. Diese Unterlagen zeigen, dass der spanische Geheimdienst CNI bereits einen Tag vor dem massiven Grenzübertritt vor einer großen Migrantenwelle gewarnt hatte. Die Veröffentlichung erfolgt nach intensivem politischen Druck auf Ministerpräsident Pedro Sánchez, der die Freigabe der Dokumente im Rahmen laufender Ermittlungen zugesagt hatte.

Im Zentrum der Dokumente steht eine „Frühwarnung“ vom 29. Juli, in der der CNI sowohl die spanische Regierung als auch marokkanische Geheimdienste auf soziale Medien aufmerksam machte. Dort wurden Aufrufe verbreitet, an einem marokkanischen Feiertag schwimmend oder über den Grenzzaun nach Ceuta zu gelangen. Die erwartete Zahl der Migranten war immens und wurde in internen Nachrichten mit 180.000 Followern von zwei Gruppen konkretisiert. Einen Tag später kam es tatsächlich zu einem massiven Ansturm mit zehntausenden Menschen, der mindestens 141 Todesopfer forderte.

Trotz der Warnungen bestritt Außenminister José Manuel Albares, von dem Ausmaß der Krise gewusst zu haben. Ein internes Verteidigungsdokument spricht jedoch von einer bereits seit dem 25. Juli entstehenden Migrationskrise und kündigt kurzfristig weitere Ankünfte an. Zudem sorgten Berichte über das mangelnde Eingreifen marokkanischer Behörden während des Ansturms für zusätzlichen politischen Zündstoff. Die Koalitionspartner der spanischen Regierung machen Marokko für die Krise mitverantwortlich, während die Regierung eine gezielte Einmischung bestreitet. Untersuchungen zu Beteiligungen nicht uniformierter marokkanischer Beamter laufen weiterhin.

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Die Dokumente wurden erst nach mehrwöchigem öffentlichen Druck freigegeben, während die politische Debatte um die Krise und Forderungen nach Sánchez’ Rücktritt zunahmen. Im September demonstrierten Hunderttausende in Spanien, während die Regierung gleichzeitig um EU-Hilfe bat. Die Europäische Kommission stellt inzwischen fast 115 Millionen Euro zur Bewältigung der Folgen bereit.

Diese Enthüllungen werfen ein Schlaglicht auf die Komplexität der Migrationskrise zwischen Spanien und Marokko und verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen die spanische Regierung steht – zwischen politischem Druck, internationaler Zusammenarbeit und humanitärer Verantwortung.

Update

Innenminister Fernando Grande-Marlaska hat am Donnerstag (10.09.2026) auf die Frage nach den Unterlagen des Nationalen Geheimdienstes (CNI) im Vorfeld des massiven Zustroms von Migranten nach Ceuta erneut bekräftigt, dass es „keinerlei Warnung“ in dem Sinne gegeben habe, wie dieser Zustrom am 30. und 31. Juli stattfand.

„Ich habe es von Anfang an gesagt, in all meinen Erklärungen und Auftritten sowie gemeinsam mit anderen Regierungsvertretern: es gab keinerlei Warnung bezüglich eines massiven illegalen Zustroms in der Form, wie er sich am 30. und 31. Juli ereignete“, betonte der Innenminister bei der Einweihung der neuen Polizeistation der Nationalpolizei in Andújar (Jaén).

Laut Grande-Marlaska stammten alle ihnen vorliegenden Informationen aus dem Sommer, wenn die irregulären Einreisen in Ceuta zunehmen – vor allem durch Schwimmen –, sowie aus anderen Quellen wie der Bewertung des Urteils des Obersten Gerichtshofs zu Rückführungen an der Grenze ohne physische Absperrungen auf See.

Der Minister versicherte, dass auf jeden Fall Maßnahmen ergriffen wurden und bereits im Juli die in Ceuta eingesetzten Kräfte „erheblich“ aufgestockt wurden, um den See- und Landbereich zu schützen.

Quelle: Agenturen