Die französische Arzneimittelbehörde (ANSM) gab am Donnerstag (10.09.2026) bekannt, dass sie ab dem 14. September persönliche Briefe an rund 1,6 Millionen Frauen versenden wird, denen Desogestrel 75 Mikrogramm auf Kosten der Krankenkasse verschrieben wurde, um sie über ein seltenes, aber dokumentiertes Risiko eines Meningeoms im Zusammenhang mit der langfristigen Einnahme des Verhütungsmittels zu informieren.
Die Kampagne, die sich auch an mehr als 90.000 Angehörige der Gesundheitsberufe richtet, stützt sich auf eine 2024 veröffentlichte Studie von Epi-phare, in der die Daten von 8.391 Frauen analysiert wurden, die zwischen 2020 und 2023 wegen eines Meningeoms operiert wurden.
Die Studie stellte keinen Anstieg des Risikos im Zusammenhang mit Levonorgestrel fest, identifizierte jedoch einen geringen, aber signifikanten Anstieg bei Frauen über 45 Jahren, die über längere Zeiträume Desogestrel eingenommen hatten. Das Risiko steigt nach fünfjähriger Behandlung an und verdoppelt sich nach sieben Jahren.
Die Behörde betont, dassdas Risiko deutlich geringer ist als bei anderen Gestagenen wie Cyproteronacetat, empfiehlt jedoch, bei neurologischen Symptomen wie anhaltenden Kopfschmerzen, Sehstörungen, Gleichgewichtsstörungen oder Krampfanfällen einen Arzt aufzusuchen.
Die Behörde weist zudem darauf hin, dass das epidemiologische Risiko etwa ein Jahr nach Absetzen von Desogestrel verschwindet, was jedoch nicht bedeutet, dass ein bereits bestehendes Meningeom verschwindet.
Quelle: Agenturen





