Die Balearen wollen 19,9 % der Einnahmen aus der Steuer für nachhaltigen Tourismus verwenden, um die Wasserprobleme zu mildern. Jährlich werden auf den Inseln 247 Milliarden Liter Wasser verbraucht, was 136 Liter pro Einwohner pro Tag entspricht Der Verbrauch stieg um 7,4 % im Vergleich zum Vorjahr, was die Balearen auf Platz acht der Regionen mit dem höchsten Wasserverbrauch hebt.
Der steigende Wasserbedarf aufgrund von Bevölkerungswachstum, Zersiedelung und Wirtschaftsentwicklung führte in diesem begrenzten Gebiet zu keiner Erhöhung der Wasserressourcen. Dadurch treten häufiger Einschränkungen auf, beispielsweise beim Befüllen von Schwimmbädern oder bei der Bewässerung. Manchmal werden Anwohner zu Spitzenzeiten sogar von der Wasserversorgung abgeschnitten. Zudem lebten 2025 etwa 145.000 Inselbewohner in Gebieten, wo das Wasser als ungeeignet für den menschlichen Konsum gilt oder es Regelverstöße gibt.
Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat die Regierung der Balearen in ihren Plan für die Steuer aus nachhaltigem Tourismus für 2026–2027 Projekte im Wert von 39,8 Millionen Euro aufgenommen, die sich auf den Wasserkreislauf konzentrieren. Dies entspricht 19,9 % des Gesamtbudgets von 199,87 Millionen Euro aus diesen Jahren. In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Meeresangelegenheiten steigt dieser Anteil auf 53 %, wenn Umweltmaßnahmen miteinbezogen werden.
Die geplanten Maßnahmen reichen von der Verbesserung der Trinkwassergewinnung und -verteilung über Abwasserreinigung bis hin zur Leckageverringerung und Digitalisierung. Dabei wird auch ein Frühwarnsystem gegen Hochwassergefahren mit einem Budget von 1,03 Millionen Euro eingerichtet.
Ein wesentlicher Beitrag wird zur Verbesserung des Trinkwassernetzes geleistet, um die Wassermenge und deren Verteilung zu erhöhen. Bedeutende Projekte betreffen die Entsalzungsanlagen in Palma, Andratx und Formentera. Trotz Wasserknappheit wird die Wiederverwendung von Wasser zurzeit kaum praktiziert, da viele Kläranlagen Wasser direkt ins Meer leiten und Grenzwerte nicht einhalten können.
Die Regionalregierung plant zudem Investitionen von 2,6 Millionen Euro in weitere Untersuchungen zur Optimierung der Wassernutzung und Verbesserung der Infrastruktur.
Quelle: Agenturen





