Spaniens Rolle beim Schutz gefährdeter Zugvögel

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Nahezu die Hälfte aller Zugvogelarten weltweit verzeichnen rückläufige Bestände, wie aus einem aktuellen Bericht von BirdLife International hervorgeht. Spanien, als Hauptkorridor zwischen Europa und Afrika, ist hierbei von zentraler Bedeutung. Die Guadalquivir-Sümpfe zählen sogar zu den drei weltweit wichtigsten Knotenpunkten.

Erschreckende Zahlen verdeutlichen die Situation: 45 Prozent aller Zugvogelarten sind bedroht, und von diesen gelten neun Arten als vom Aussterben bedroht. BirdLife International präsentierte die alarmierenden Daten kürzlich auf dem Weltgipfel zu Zugwegen in Nairobi, Kenia, in ihrem Bericht über den Zustand der Weltvögel.

Ein besonders bedrückendes Beispiel ist das Aussterben der Dünnschnabel-Waldschnepfe (Zarapito fino) im Jahr 2025, das erste moderne dokumentierte Aussterben einer Vogelart in Kontinentaleurasien und Afrika. Seit 1995 wurde kein Exemplar mehr gesichtet.

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Kiko Álvarez von SEO/BirdLife erklärt, warum Spanien in diesem Kontext eine bedeutende Rolle spielt. Spanische Gebiete dienen nicht nur als Drehscheibe zwischen drei Kontinenten, sondern bieten auch Zugang zum Atlantik für zahlreiche mediterrane Seevögel. Jährlich ziehen Millionen Vögel über die Iberische Halbinsel oder machen dort Rast, wobei mehr als zwei Millionen Vögel diesen Korridor nutzen.

Die Marismas des Guadalquivir bei Doñana sind laut Bericht ein essenzieller Ort mit über zweihundert Verbindungen zu zwölf bis sechzehn anderen Ländern. Der Verlust oder die Verschlechterung eines solchen Ökosystems hätte weitreichende Auswirkungen, da Zugvögel auf eine Kette gesunder Lebensräume angewiesen sind.

Doch diese Routen stehen unter Bedrohung: invasive Arten, Krankheiten, intensive Landwirtschaft, Klimaveränderungen, Jagd und Umweltverschmutzung sind nur einige der Risiken. Ein konkretes Beispiel ist die Laguna de Medina in Jerez de la Frontera, wo die Einführung des gewöhnlichen Karpfens massive Verschiebungen in der Vogelpopulation verursachte, was besonders bedrohte Arten wie die Weißkopfente und Tafelente betraf.

Spanien ist jedoch aktiv bemüht, diese Probleme anzugehen. Erfolgreiche Maßnahmen wie das vierjährige Jagdmoratorium für die Europäische Turteltaube führten zwischen 2021 und 2024 zu einem deutlichen Bestandzuwachs in Westeuropa. Zudem hat Spanien sein Netzwerk geschützter Vogelschutzgebiete auf 485 Standorte erweitert. Experten betonen allerdings, dass die Ausweisung allein nicht ausreicht; sie muss von effektiver Bewirtschaftung begleitet werden.

Der Bericht unterstreicht die Wichtigkeit internationaler Zusammenarbeit entlang der gesamten Zugroute, vom Brutgebiet bis zum Überwinterungsort. Für Bewohner und Besucher Spaniens ein Anlass, den lebhaften Himmel über Doñana und der Straße von Gibraltar mit neuen Augen zu sehen.

Quelle: Agenturen