Am Mittwoch, dem 15. Juli 2026, legt das Bahnpersonal von Renfe erneut die Arbeit nieder. Diese landesweite Streikaktion betrifft alle Bereiche der Renfe-Gruppe, von Nahverkehrszügen (CercanÃas) bis zu Hochgeschwindigkeitsstrecken (AVE). Besonders in der Hochsaison, wenn viele Reisende aus den Niederlanden und Belgien durch Spanien reisen, müssen Passagiere mit möglichen Ausfällen und Einschränkungen rechnen.
Das spanische Verkehrsministerium hat für diesen Streik sogenannte servicios mÃnimos festgelegt, um eine Grundversorgung sicherzustellen. Im Nahverkehr sollen 75 Prozent der Züge während der Stoßzeiten und 50 Prozent außerhalb dieser fahren. Auf den Mittelstrecken (Media Distancia) sind 66 Prozent der geplanten 650 Züge garantiert, das sind 426 Züge. Für Hochgeschwindigkeits- und Fernverkehrszüge (Alta Velocidad und Larga Distancia) sind 73 Prozent der 343 geplanten Züge gesichert, also 249 Züge. Die verbleibenden Züge hängen von der tatsächlichen Streikbeteiligung ab.
Die Gewerkschaft Sindicato Ferroviario (SF) kritisiert, dass Renfe und das Verkehrsministerium die im November 2023 getroffenen Vereinbarungen zu Beschäftigung und Investitionen im Bereich Renfe MercancÃas (Güterverkehr) nicht einhalten. Zudem befürchtet die SF, dass eine Kooperation mit der italienischen Reederei MSC einer verdeckten Privatisierung gleichen könnte. Trotz der angekündigten Maßnahmen hatte der letzte Streik am 29. Juni mit einer Streikbeteiligung von lediglich 1,83 Prozent geringe Auswirkungen auf den Zugverkehr.
Besonders betroffen sind Nahverkehrszüge in und um Madrid, Asturien, Kantabrien, Galicien, Kastilien und León, Sevilla, Cádiz, Málaga, Valencia, Murcia und Zaragoza. Außerhalb der Hauptverkehrszeiten ist mit eingeschränktem Zugverkehr zu rechnen. Die Konkurrenten Ouigo und Iryo fahren auf stark frequentierten Strecken wie Madrid–Barcelona oder Madrid–Valencia regulär, was auf eine steigende Nachfrage durch den Streik hindeuten könnte.
Renfe empfiehlt Passagieren, ihre Fahrkarten vorab zu prüfen. Bei Zugausfällen haben Reisende Anspruch auf vollständige Rückerstattung oder Umbuchung, ohne dass ein gesonderter Antrag notwendig ist.
Der erneute Streik am 15. Juli ist Ausdruck anhaltender Konflikte im spanischen Eisenbahnsektor, besonders im Güterverkehr. Trotz festgelegter Mindestdienstleistungen sollten Reisende flexibel planen und sich auf mögliche Einschränkungen einstellen. Die Entwicklungen zeigen, wie wichtig stabile Arbeitsbedingungen und klare Vereinbarungen für einen reibungslosen Bahnverkehr sind – vor allem in der touristisch intensiven Sommerzeit.
Quelle: Agenturen




